Winamp-Alternativen: Zinf

Es kann nicht immer Winamp sein: In einer kleinen Serie wollen wir mal einen Blick auf oft übersehene Audio-Player werfen und uns anschauen, was sie so an zusätzlichen Features zu bieten haben. Den Auftakt macht Zinf, früher auch als Freeamp bekannt.

Winamp genießt unter Windows-nutzenden Freunden der Netzmusik seit Jahren fast so etwas wie eine Monopolstellung. Anfangs war das durchaus berechtigt: Es ist nun mal eine sehr robuste Software, die sich über Plugins gehörig erweitern lässt und zudem nicht mit Werbung nervt. Doch viel hat sich nicht getan in den letzten Jahren. Die Einführung von Winamp 3 war ein ziemlicher Flopp. Millionen von PC-Nutzern hören sich ihre MP3s deshalb weiterhin mit Software an, die es so auch schon vor drei Jahren gab. Da drangt sich schon mal die Frage auf: Gibt`s denn nichts besseres?

Ein paar Alternativen zum Dinosaurier Winamp wollen wir in den nächsten Wochen mal genauer beleuchten. Den Auftakt macht Zinf. Das Programm war früher als Freeamp bekannt. Dann meldete die Firma, die den Winamp-Vorläufer entwickelt hatte, Rechte am Amp im Namen an und wollte sich diese vergüten lassen. Kein Scherz. Die Freeamp-Entwickler wollten solche Lizenzzahlungen auf jeden Fall vermeiden und legten sich einfach einen neuen Namen zu. Wobei Zinf ein rekursives Akronym ist ? eine Abkürzung, die auf sich selbst verwiest ? und für ?Zinf is not Freeamp? steht. Jaja, diese Hacker und ihr Humor.

Zinf ist ein recht schlicht gehaltener Player, der sich mit einigen Skins (hier ?Themes? genannt) optisch aufbessern lässt. Wie Winamp kann auch Zinf MP3-Dateien und -streams sowie Ogg Vorbis-Audiodateien abspielen. Seine Stärken gegenüber Winamp kommen jedoch auf einem andren Gebiet zur Geltung: Dem Verwalten von Musik. Auf Wunsch durchsucht Zinf gleich bei der Installation die gesamte Festplatte nach Audiodateien und legt damit eine Musik-Datenbank an. Diese lässt sich dann über ein Fenster verwalten, das den schlichten Charme eines Windows-Explorers aufweist, dafür aber auch bei großen digitalen Musiksammlungen sehr übersichtlich bleibt.

So sind alle Songs ? zumindest, wenn die Metadaten richtig benannt sind ? automatisch nach Musikern und alphabetisch geordnet. Die einzelnen Titel lassen sich dann sehr einfach in Playlists organisieren, bearbeiten oder bei Nichtgefallen auch gnadenlos löschen. Zudem ist eine Anfrage beim Metadaten-Server Bitzi.com möglich, die im Test aber nicht so richtig klappen wollte. Bemerkenswert ist an Freeamp auch, dass es als Open Source Software von Freiwilligen über das Internet entwickelt wird. Allerdings scheint dies derzeit nur Linux-Nutzern so richtig was zu bringen. Die letzte aktualisierte Windows-Version ist bereits ein Jahr alt. Trotzdem ist der Player eine interessante Alternative für alle, die ohne großen Schnickschnack auskommen und ganz einfach die Übersicht über ihre MP3-Sammlung behalten wollen. (jr)

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