Wird DRM durch die Hintertür wieder eingeführt?

Neue Geschäftsmodelle setzen weiterhin auf Kopierschutz

Noch vor wenigen Monaten schien das so genannte Digital Rights Management, also der Kopierschutz für Downloads, so gut wie tot. Sämtliche Majorcompanies hatten erstmals Musik auch ohne DRM angeboten. Doch neue Geschäftsmodelle sind ohne Kopierschutz kaum denkbar.

So bietet die dänische Telefongesellschaft TDC ihren Kunden eine kostenlose Musikflatrate in Verbindung mit einem Telefonanschluss. Die Songs können sogar auf den Computer oder das Handy geladen werden. Der Haken an der Sache: kündigt man den Vertrag ist man mit einem Schlag auch seine Musik los. Es ist also gerade so, als würde die Telekom nach Hause kommen und einem das CD-Regal leerräumen, nur weil man den Telefonanbieter wechselt.

Ob solche Geschäftsmodelle wirklich zukunftsfähig sind, muss sich erst noch beweisen. Denn selbst wenn man die Musik scheinbar kostenlos erhält, dürfte es dem Musikfreund ziemlich schwer zu vermitteln sein, warum er seine mühsam angelegte Musiksammlung löschen soll. DRM ist genau deshalb umstritten, weil es den Verwertern auch nach dem Kauf ermöglicht, den Umgang mit der Musik auf dem Rechner der Kundschaft zu kontrollieren.

Auch Apples Ankündigung vor knapp einem Jahr, auf den Kopierschutz verzichten zu wollen, ist bisher nicht wirklich konsequent umgesetzt. Von den 6 Millionen Songs, die Apple anbietet, sind derzeit nur knapp 2 Millionen ohne Kopierschutz ("iTunes Plus"). Für den Käufer ist dieser Unterschied zunächst kaum festzustellen, da die DRM-freien Tracks lediglich mit einem kleinen Plus gekennzeichnet sind. Konsequenter ist der US-Händler Amazon: er hatte mit seiner Ankündigung ausschließlich Musik ohne DRM anbieten zu wollen für Bewegung in der Branche gesorgt - und für ein kundenfreundliches Angebot. Das gibt es derzeit aber nur in den USA.

Udo Raaf / Tonspion.de

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