Wird emusic zu Googlemusic?

Der Tonspion Wochenrückblick
CD-Verkäufe fallen ins Bodenlose, emusic steht gerüchteweise vor einem Mega-Deal und Musicload findet neuerdings MP3 ganz toll. Was diese Woche sonst noch geschah.

Der Silberscheibe geht es wirklich nicht gut. Laut einer neuen Studie des Marktforschungsunternehmens NielsenSoundScan sind die Umsätze bei CD-Verkäufen in den ersten 3 Monaten des Jahres 2007 im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres um 20% gesunken. Das hat auch Auswirkungen auf die amerikanischen Charts, denn ein Nr 1. Hit ist dieser Tage schon mit rund 100.000 verkauften CDs pro Woche zu erreichen. Vor ein paar Jahren waren es noch zwischen 500.000 und 600.000 Tonträger pro Woche.

Stattdessen stehen die Zeichen für die Zukunft der Musik auf MP3.
Die Gerüchteküche brodelt seit ein paar Tagen wieder gehörig, seit bekannt wurde, dass der MP3-Anbieter emusic.com möglicherweise bald verkauft werden könnte. Als potentielle neue Besitzer sind Google oder Amazon im Gespräch. Was letztendlich an den Gerüchten dran ist, bleibt noch im Unklaren.

Klar ist hingegen, dass auch der deutsche Anbieter Musicload nun verstärkt auf MP3-Files setzt. Diese Woche hat sich der deutsche Download-Anbieter musicload, schärfster Konkurrent von iTunes am deutschen Markt, gegen DRM ausgesprochen und lanciert mit "Comeback von MP3" eine eher fragwürdige PR-Kampagne gegen DRM-verseuchte Musikfiles. Als ob MP3 jemals "weg" gewesen wäre.
Hintergrund: angeblich häufen sich die Beschwerden über kopiergeschützte Files, die auf der Plattform angeboten werden. Nun versucht musicload Kooperation mit Indie-Labels einzugehen, die ihren Musikkatalog ausschließlich in mp3-Format anbieten sollen. Das Label Four Music von den Fantastischen 4 hat dieses Experiment bereits in Angriff genommen und konnte seit der Umstellung angeblich um 40% mehr Downloads absetzen. (pb)

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