Yahoo eröffnet Preiskampf um Downloads

Abo des Internetdienstes bereits ab 5 Dollar
Der Preiskampf um den digitalen Musikmarkt ist eröffnet. Während sich die Preise für Einzeldownloads bei 99 Cent eingependelt haben, sollen Musikabos künftig deutlich billiger werden. Yahoo hat nun die Preise seines Konkurrenten Napster um zwei Drittel unterboten.

Napster und sein bisheriger Hauptkonkurrent Rhapsody bieten in den USA seit einigen Monaten Musikabos für rund 15 Dollar pro Monat. Gestern eröffnete Yahoo seinen neuen Dienst Yahoo Music Unlimited (YMU) und unterbot die Preise der Konkurrenz deutlich. Gerade mal 7 Dollar pro Monat kostet ein Abo, im Jahrespaket sogar nur 5 Dollar.

Die Börse reagierte entsprechend auf diese deutliche Kampfansage und ließ die Kurse von Napster und Real Networks einbrechen. Napster ließ mitteilen, dass derartige Preise mit hohen Verlusten verbunden sein müssen und prophezeite dem Konkurrenten schnelle Preiskorrekturen nach oben.

In nächster Zeit werden allerdings erst einmal weitere Kampfangebote erwartet. Auch Microsoft dürfte bald ins wichtige Abogeschäft einsteigen. Welcher Anbieter genug Puste hat, bis sich auch die Musikabos auf ein realistisches Niveau eingependelt haben, ist derzeit noch unklar. Fest steht nur, dass an der Preisschraube für Einzeldownloads vorläufig keiner drehen wird, da ein profitables Arbeiten bei weniger als 99 Cent bei den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht möglich ist.

Es steht auch noch nicht fest, wie die Angebote von Napster und Yahoo künftig in Deutschland angenommen werden. Beide Dienste bieten Musik mit Digital-Rights-Management-Schutztechnologien, die den Umfang mit den erworbenen Files einschränken und eine Weitergabe über Tauschbörsen verhindern sollen. Sie sind somit derzeit auch nicht auf dem weit verbreiteten Apple iPod abspielbar. So will sich Apple gegen die wachsende Konkurrenz abgrenzen. Eine schnelle Entwicklung des Downloadmarktes wird somit verhindert. Gerade einmal zwei Prozent der Umsätze der Musikindustrie werden derzeit über Downloads erwirtschaftet. Bill Gates sagte Apple wegen dieser Strategie bereits den Niedergang voraus und will mit Microsoft voll auf das Handy als Abspielgerät für Musik setzen.

Der Kampf geht weiter und die Nutzer schauen so lange gelassen zu und besorgen sich ihre Musik eben dort, wo sie am billigsten und einfachsten zu haben ist: von Freunden oder auf Tauschbörsen. (ur)

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