Zweiter Anlauf für Download-Verkäufe

Nachdem in den letzten Jahren so ziemlich alle Versuche, Downloads pro Song zu verkaufen, kläglich gescheitert sind, wollen es Universal und Sony jetzt noch einmal wissen: Mit niedrigeren Preisen und der Möglichkeit zum CD-Brennen soll Kunden eine Alternative zu KaZaA und Co. geboten werden.

Noch in diesem Sommer wollen die beiden Major-Labels Universal und Sony in den USA den Verkauf von Downloads starten, die sich auch auf CDs brennen lassen. Universal will dabei alle Songs seines Katalogs anbieten, für die es die digitalen Vertriebsrechte hat. Die Musik soll über Websites wie Amazon.com und Best Buy vertrieben werden. Jeder Track soll dann maximal 99 Cents kosten, ganze Alben könnten schon für 9.99 Dollar zu haben sein.

Sony Music hat offenbar ähnliche Pläne und möchte in naher Zukunft ebenfalls das Brennen seiner digitalen Downloads erlauben. Der Preis könnte zudem auf 1.49 Dollar pro Song sinken. Bisher haben sich beide Labels recht erfolglos am Verkauf kopiergeschützter, nicht brennbarer Musik für bis zu zwei Dollar pro Song experimentiert.

Universal Deutschland hatte im Frühjahr mit der Ankündigung Aufsehen erregt, demnächst über die Website Popfile.de ungeschützte MP3-Dateien für 99 Cents zu vertreiben. Ganz so weit wollen der US-Mutterkonzern und Sony allerdings doch nicht gehen: Die Tracks der Labels sollen weiter im geschützten Liquid Audio-Format vertrieben werden. Ein Umwandeln ins MP3-Format ist dann nur über den Umweg des Brennens möglich. Ob sich Konsumenten mit dem bisher eher verschmähten Liquid Audio anfreunden können,ist allerdings fraglich.

Dennoch ist dieser Schritt für die Musikindustrie bemerkenswert. Nachdem schon das von Sony und Universal gestartete Online-Abo-Angebot begrenztes CD-Brennen erlaubt hat, rücken die Labels jetzt erstmals auf breiter Front vom rigorosen Kopierschutz ab. Der LA Times war die Story deshalb am Mittwoch sogar ein Platz auf der Titelseite wert. Eine "Umkehr in einer Schlüsselfrage" nannte Times-Autor John Healey auch den Preis der Songs. Wer ein ganzes Album für 10 Dollar anbiete, das im Handel möglicherweise 15-18 Dollar koste, erkenne damit erstmals an, dass Online-Distribution günstiger sei als der traditionelle Tonträger-Vertrieb. (jr)

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