†††

††† (Crosses) - †††

Label: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Nur nicht zu viel Hype

Deftones-Sänger Chino Moreno hat seinem Schaffenswillen eine neue Tür geöffnet. Gemeinsam mit dem Far-Gitarristen Shaun Lopez gründete er die kleine Musikidee †††, oder schlicht: Crosses. Deren Debüt-EP ist nun frei erhältlich und bietet vor allem den gewohnten Moreno.

"Chino Moreno macht nun in Witch House", hieß es als Reaktion auf das erste Erscheinen des Projektes. Und die Indizien - der Bandname, das reduzierte Liedtempo, die Elektrobeats und Morenos angenommener Hang zu vernebelten Klanggebilden - sprachen ja durchaus dafür. Ein Chino-Moreno-und-Shaun-Lopez-Beitrag zum Künstlern wie Salem oder Balam Acab zugeschriebenen Genre wäre ja durchaus interessant gewesen.

Doch ach, es ist doch alles ein großes Missverständnis. ††† ist weniger eine Reise in neue Genreschubalden als schlicht eine Fortsetzung des alten Deftones-Seitenprojektes Team Sleep. Brachte Moreno dort langsame Tanzmusik, verträumte Hooklines und Deftones-ungeeignete Liedideen unter, so ist ††† im Prinzip nichts anderes. Natürlich sorgen vor allem seine Stimme und sein Gesangsstil für Ähnlichkeit, schließlich sind Morenos verschleppte Melodien und sein Gespür für den Ton neben dem Ton relativ einmalig.

Dazu addieren hier Lopez und ein weiterer Gitarrist Elektrobeats, Absichtsfehler, Zerrbässe und immer wieder auch den vertrauten Gitarrenbraten. In den besten Momenten trifft hier das beste des Deftones-Meisterwerks "White Pony" auf die gewaltige Schwere von Massive Attacks "Mezzanine", in den weniger guten ist das alles immer noch ein wirklich feines Nebenprojekt.

Team Sleep, beschwerte sich Moreno einst, hätte gewaltig unter den über die Jahre gewachsenen Erwartungen gelitten. Crosses - sie entschuldigen die Schriftsprache - soll da anders sein: Man trifft sich, singt ein bisschen, nimmt auf, spielt, schneidet, veröffentlicht schnell und ohne viel Gewese. Kein großer Apparat, kein Ballast und vor allem nicht zu viel Hype, nicht zu viel Aufsehen. Letzteres Anliegen zumindest kann man jedoch schon jetzt mit Fug und Recht und Witch-House-Fahne gescheitert nennen.

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