Magnificent City

Magnificent City

Aceyalone

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

MC-Legende trifft Producer-Jungspund. Während Aceyalone als Mitglied der Freestyle Fellowship und mehreren Soloalben fest im HipHop-Underground verwurzelt ist, muss sich RJD2 immer noch sein Plätzchen suchen.

Schließlich folgte auf sein überragendes Debut „Deadringer“ ein ziemlich durchwachsenes Album mit Instrumental-HipHop. Das hat er offensichtlich auch so empfunden und konzentriert sich deshalb lieber darauf befreundeten MCs die passenden Beats zu schustern. Kein schlechtes Training für einen, dessen dichte Instrumentals gerne ins Orchestrale und Soundtrackhafte ausfransen. Oder, wie auf „Since We Last Spoke“, bisweilen in einer klebrigen Soße aus zuviel Strings und Gitarren absaufen. Für Aceyalones Rapkunst empfindet Ramble John Krohn offenbar soviel Ehrfurcht und Respekt, dass er sich ganz zurücknimmt und seine bis dato beste Leistung als Produzent abliefert. Seine Beats bleiben zwar so üppig wie auf seinen eigenen Platten und die Soul- und HipHop-Geschichte bleibt ihm ein Selbstbedienungsladen. Andere MCs wären wahrscheinlich vor seinem Update eines Eric B.-Beats („Caged Birds“) in die Knie gegangen oder hätten der funky Trompete im latinmäßigen Intro wenig abgewinnen können. Aceyalone dagegen bleibt locker, gibt mal den charmanten Entertainer, mal den ernsthaften Geschichtenerzähler und erdet die Platte durch seinen Witz und Humor. So wird „Magnificent City“ ein außergewöhnliches Album, lebensbejahend, fröhlich, verspielt und mit enormem Suchtpotential. Es ist so gut, dass RJD2 zum Schluss sogar noch die Streicher weinen lassen kann ohne dass es weh tun würde. (fs)

Ähnliche Künstler

Empfohlene Themen

27. März 2009: Die Alben der Woche

Mit Mocky, Fever Ray, Miss Kittin & The Hacker, Fehlfarben, Decemberists, Filthy Dukes, Aceyalone, Peter Bjorn and John, PJ Harvey & John Parish