Afrob - Mutterschiff

Mutterschiff

Afrob

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Mit „Push“ stemmte sich Afrob 2014 mit Gewalt wieder in die deutsche Rap-Szene, mit „Mutterschiff“ emanzipiert er sich nun davon und scheut sich nicht vor neuen Wegen.

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Afrob hängt statt Goldkette stets das Etikett des alten Stuttgarter Hip-Hop-Schlachtrosses um den Hals. Als er Mitte der 90er seine Rap-Karriere startete, steckte deutscher Hip-Hop noch in den Kinderschuhen und war eine musikalische Randnotiz im Europop-Land. Im Laufe der folgenden zwei Dekaden erlebte Deutschrap bekanntermaßen die verschiedensten Entwicklungen, wobei viele altgediente Reimveteranen auf der Strecke blieben.

Auch um die musikalische Karriere von Afrob sah es zwischenzeitlich nicht gut aus. Da das Album „Der Letzte seiner Art“ nicht den Fokus auf den Mann mit der prägnanten Stimme zurücklenken konnte, war es fast 10 Jahre ruhig um Afrob. Den Rückzug nutzte Afrob allerdings, um seine Kräfte zu sammeln und bangte sich 2014 mit dem Album „Push“ und ein Jahr später mit der Wiederbelebung von ASD zurück in das Hip-Hop-Gedächtnis.

Afrob möchte nun aber nicht wieder in Vergessenheit geraten und stattdessen der Entwicklung um einige Schritte voraus sein. „Mutterschiff“ dient für dieses Vorhaben als das klangliche Fortbewegungsmittel in die Zukunft, denn der Sound ist durchaus als futuristisch zu bezeichnen. Statt stampfenden Beats und handfesten Strukturen setzt Afrob mit seinen Produzenten Rick Marvel, Phono und Abaz auf atmosphärische Weite, schwebende Sounds und angedeutete Zeitreisen in die 90er. Kurzum: alles, was ein gutes Sci-Fi-Universum ausmacht.

Afrob - Ich bin dieser

Textlich schlägt Afrob allerdings den Anker ins Hier und Jetzt. Warum sollte man sich auch in fiktionalen Welten verlieren, wenn die heutige Zeit genügend Probleme zu verhandeln und Geschichten zu erzählen hat. Mit Gastbeiträgen von Samy Deluxe, Gentleman und Xavier Naidoo begibt sich Afrob zudem in ein Wurmloch in die Vergangenheit.

Besonders „Weit Weg“ mit Xavier Naidoo stellt sich als einer der interessantesten Tracks des Albums heraus. Es geht um die Regierung, Verschwörungstheorien, Rassendiskriminierung und die unbewusste Steuerung der Menschheit. Dass Afrob diesen Song mit einem der führenden Aluhut-Träger aufgenommen hat, ist eine bemerkenswerte Fußnote. Und auch, dass es zwischen Afrob und Marcus Staiger bereits zu einer verbalen Auseinandersetzung zum Thema Antisemitismus im deutschen Rap gekommen ist, sollte in diesem Zusammenhang nicht verschwiegen werden.

Wie es tatsächlich um Afrobs Überzeugungen steht, weiß er momentan nur selbst und soll auch nicht Teil dieser Plattenkritik sein. Denn im Großen und Ganzen liefert Afrob mit „Mutterschiff“ ein rundes Album ab, auf welchem er neben unverkennbar-aggressiven Afrob-Parts auch geschickt Autotune und sanfte Töne einbaut. So wird aus einem Veteran im Handumdrehen wieder ein Versprechen für die Zukunft.

Afrob - Mutterschiff (Album-Snippet)

"Mutterschiff" von Afrob erscheint am 23. September 2016 vie One Shotta Records.

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