Words Are Missing

Words Are Missing

Agf

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut
Neues von Antye Greie, die man schon länger nicht mehr nur als eine Hälfte des Electronik-Pop-Duos Laub ankündigen muss. Als Solo-Musikerin und Label-Betreiberin hat sie sich mittlerweile selbst in einen Fokus gesetzt, der zwischen Kunst und Electronica zu finden ist. Ihr viertes Album verzichtet auf Worte.
Das heißt allerdings nicht, dass Antye Greie aka agf ihre Stimme nicht einsetzt und "Words Are Missing" ein reines Instrumentalalbum wäre. Schienen die Worte der Musikerin in ihren bisherigen Projekten eine besondere Rolle zu spielen, so verschmelzen die geloopten Worte und Stimmtöne nun zu einer rhythmischen Spur oder bereichern einen bestimmten Sound.
"Words Are Missing" ist ein überaus vielschichtiges Electronica-Album, das sich an manchen Stellen plötzlich zu Minimal Techno entwickelt, sich im nächsten Moment mit Klangfragmenten den klassischen Zugängen entzieht.
Es braucht eine Weile, und doch offenbart es recht schnell eine besondere Anziehungskraft. Die Auswahl der Sounds ist einfach stimmig und alles andere als sperrig. Pop-Appeal bei einem Electronica-Album kann schnell naiv und überzogen wirken, agf kommt hier eine gewisse Reife im Umgang mit experimenteller und eingängiger Musik zugute. Klar, durch klassische Pop-Raster würde "Words Are Missing" glatt durchfallen, doch das kann hier nicht der Maßstab sein.
Jens Wollweber | tonspion.de

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