strw 5 cover

Schlaftabletten Rotwein V

Alligatoah

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Mit seinem neuen Release knüpft Alligatoah an alte Traditionen an: "StRw 5" vereint den thematisch ungebundenen Stil seiner alten Mixtapes mit dem poppig-ausproduzierten Sound der jüngeren Alben.

Nein, es soll nicht "der alte Alligatoah" sein, den Lukas Strobel auf "Schlaftabletten Rotwein V" heraufbeschwört. Dennoch lässt der fünfte Teil seiner Mixtapes eine Reihe wiederaufleben, die längst als abgeschlossen geglaubt war. Noch lange vor Radio-Airplay und Festival-Headlines tobte sich Alligatoah auf insgesamt vier Mixtapes kräftig aus. Dass damals noch kein professionelles Studio in Reichweite war, hört man den Teilen heute in vielerlei Hinsicht an - doch irgendwie macht genau das auch den Charme aus.

Video: Alligatoah - "Wo kann man das kaufen"

An rumpelige Kinderzimmeraufnahmen knüpft "StRw V" anno 2018 freilich nicht mehr an, wohl aber an die thematische Unverbundenheit der Reihe. Lag "Triebwerke" und "Musik ist keine Lösung" jeweils ein Leitmotiv zugrunde, lässt sich dieses Mixtape auf keinen thematischen Rahmen mehr festzurren. Auf dem einen Track setzt sich Alligatoah noch zynisch mit Handtuchdeutschen im Urlaub auseinander, auf dem nächsten karikiert er den voyeuristischen Umgang mit Geflüchteten so bissig, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt.

Musikalisch lässt sich "StRw 5" dagegen nur noch schwer mit den alten Teilen vergleichen. Die Beats aus eigener Feder sind modernen Produktionen gewichen, die mit viel Gitarreneinsatz und sogar Rock-Einflüssen daherkommen. Das klingt alles deutlich versierter und glatter als früher und ähnelt am Ende doch eher den letzten beiden Alben als den Mischkassetten von damals. Richtige Nostalgie kommt also nicht auf, doch wie eingangs erwähnt: das ist auch nicht Sinn und Zweck des Mixtapes. Für wen das trotzdem ein Manko ist, wird wohl mit den alten Teilen glücklicher.

Video: Alligatoah - "Wie zuhause"

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