Ame Dream House

Âme - Dream House

Artist: 
Label: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend

Geschlagene 18 Jahre hat es gedauert bis Kristian Beyer und Frank Wiedemann aka Âme endlich ihr sehnlich erwartetes Debütalbum veröffentlichen. Doch "Dream House" bleibt - wie der generische Titel schon befürchten ließ - weit hinter den Erwartungen zurück.

Mit ihren "Innervisions"-Nächten sorgen sie im Berliner Berghain bereits seit Jahren für die längsten Schlangen am Einlass. Auch im Ausland sind sie gefragte Gäste. Wo Innervisions und Âme drauf steht ist Qualität drin. Egal ob als Label, als Liveact oder Produzent (Wiedemann) oder DJ (Beyer) liefern die beiden konsequent Output auf höchstem Niveau und eine unverkennbare Handschrift. Die Erwartungen für ihr erstes Album waren also entsprechend hoch. Und werden fast auf ganzer Linie enttäuscht. 

"Dream House" eignet sich weder für den Club noch zum Träumen, allenfalls als musikalische Hintergrundtapete ist es ganz akzeptabel. Zu sehr haben sich die beiden von ihren Krautrock-Vorbildern leiten lassen, doch was in den 60er und 70er Jahren noch revolutionär war, klingt heute allenfalls noch ermüdend, zumal die Sounds und Songstrukturen nicht wirklich überraschen können. Jeder Song ist rund 5 Minuten lang, das ist viel zu kurz um in die hypnotischen Klangwelten ihrer DJ-Sets einzutauchen und viel zu lang für Songs ohne erkennbare Songstrukturen.

Macht der Opener "The Line", eine Kooperation mit Matthew Herbert, noch Lust auf mehr, liefert der Rest des Albums verdaddelte Tracks, die nicht mal als Warmup für eine Innervisions Nacht taugen würden und schnell wieder vergessen sind. Auch Gäste wie Gudrun Gut, Planningtorock oder Elektronikpionier Roedelius können das Album nicht vor der Belanglosigkeit retten. Schade.

Ähnliche Künstler

Empfohlene Themen

Symphony Of Now Film
TONSPION TIPP

Premiere von "Symphony of Now" in Berlin

Neuauflage des Filmes aus den 20ern "Die Sinfonie der Großstadt"
Audi Zeitgeist Projects bringt zur Berlinale einen experimentellen Berlin-Film ins Kino, der an "Die Sinfonie der Großstadt" aus den 20 Jahren angelehnt ist. Die Künstler machen die Musik wie zu Stummfilmzeiten live während der Vorstellung. Mit dabei Frank Wiedemann (Âme, Innervisions), Gudrun Gut und Modeselektor. Wir verlosen Tickets für die Vorstellungen am 15. und 16. Februar in Berlin.
Crowdfunding Kampagne für Biografie über Can-Schlagzeuger Jaki Liebezeit

Crowdfunding Kampagne für Biografie über Can-Schlagzeuger Jaki Liebezeit

Jaki Liebezeit: Life, Theory and Practice of a Master Drummer
Am 22. Januar 2017 verstarb mit Jaki Liebezeit einer der einflussreichsten Drummer der jüngeren Musikgeschichte. Über eine Crowdfunding-Kampagne soll nun ein Buch über die treibende Kraft hinter der legendären Krautrockband CAN finanziert werden.
Playlist: Die besten Songs von Can

Playlist: Die besten Songs von Can

Der Can-Gründer und Klang-Forscher starb im Alter von 79 Jahren in Köln
In Deutschland kennen sie nur noch Eingeweihte, in England und Japan sind die Kölner Krautrocker Can bis heute Legenden. Jetzt ist kurz nach Gründungsmitglied Jaki Liebezeit auch Holger Czukay im Alter von 79 Jahren gestorben. 
So war das Electronic Beats Festival in Budapest

So war das Electronic Beats Festival in Budapest

Bilder vom ersten EB-City Festival in der ungarischen Hauptstadt
Mit Partys, Konzerten, Ausstellungen und Workshops fand am Wochenende das Telekom Electronic Beats Festival in Budapest statt. Wir haben uns das Festival angeschaut und ein paar Bilder mitgebracht.