AnnenMayKantereit - Weiße Wand

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AnnenMayKantereit veröffentlichen im Dezember ihr zweites Album "Schlagschatten". Auf "weiße Wand" versucht sich Henning May an einem politischen Lied.

"Flüchtlingskrise fühlt sich an wie Reichstagsbrand, auch wenn ich das nicht vergleichen kann, verdammt", so klingt es, wenn die größte deutsche Nachwuchshoffnung versucht die komplizierte politische Situation in Liedtexten zu beschreiben. Gefühle? Können wir. Jammern? Auch! Beim politischen Songwriting ist aber im Vergleich zu den Meistern dieses Fachs von Rio Reiser bis Udo Lindenberg noch sehr viel Luft nach oben. 

Überhaupt scheint sich die Band nach ihrem sehr umstrittenen Debütalbum weiter im Kreis zu drehen: musikalische Hausmannskost gepaart mit gefühligen, aber leider auch sehr harmlosen und platten Texten (deren "Pocahontas" dieses Jahr sogar als Wiesn-Hit neben deutschem Schlager nicht weiter auffiel) trifft auf eine prägnante und starke Stimme, die einfach noch nicht zu sich gefunden hat.

Dass er es solo kann, hat Henning May mit seinem Über-Refrain zu "Hurra die Welt geht unter" von K.I.Z. bereits eindrucksvoll bewiesen. Ob er mit "Schlagschatten" aus dem Schatten der großen deutschen Songwriter heraustreten kann, muss mit dieser ersten Single bezweifelt werden. Zu improvisiert und tastend klingt das alles noch. Aber er ist mit seinen 27 Jahren ja noch jung und hat alle Zeit der Welt, sich zu entwickeln, zumal der riesige Erfolg seiner Band ihm dazu viel Luft gibt.

"Ich bin keiner von denen, die weiterwissen
Ehrlich gesagt, ich krieg' selber nie was geschissen"

Die Band AnnenMayKantereit kommt ursprünglich aus Köln und wurde 2011 von den Freunden Christopher Annen, Henning May und Severin Kantereit. Seit dem Ausstieg von Gründungsmitglied Lars Lötgering hat Malte Huck die Stelle des Bassisten in der Band eingenommen.

Aktuelles Album

Schlagschatten

AnnenMayKantereit - Schlagschatten

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Selten hat ein Debütalbum einer jungen Band so viele Verrisse provoziert, wie "Alles Nix Konkretes" von AnnenMayKantereit. Jetzt folgt Album Nummer 2 und die Band versucht sich darauf am Rip-Off von Reiser und Rilke ohne jedoch allzu sehr in die Tiefe zu gehen: So ist "Schlagschatten" mehr Semesterarbeit, denn echte Auseinandersetzung mit den Inspirationen.

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