The Crying Light

The Crying Light

Antony & The Johnsons

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Ist das androgyner Chanson, nackter Blues, reiner Tiefgang, bewegendes Gefühlstheater oder einfach nur großes Tennis? Antony Hegarty und Band geben mit ihrem neuen Album „The Crying Light“ Antwort auf alle Fragen.

Preise hin, Awards her. Die meisten dieser Auszeichnungen sind entweder überflüssig oder falsch vergeben worden. Aber einmal, im Jahr 2005, lag man mit dem Mercury Music Prize genau richtig: Der Gewinner hieß damals und völlig zu Recht Antony & The Johnsons. Seitdem wartet man, vertröstet durch die im letzten Herbst erschienene „Another World“-EP, auf das dritte Studiowerk aus der Feder Hegartys.

Aber was lange währt, wird bekanntlich unendlich gut - und trägt hier den Titel: „The Crying Light“. Es ist die Fortsetzung der so schön vertonten Sehnsucht und Weltflucht, die diese Band mit minimalen Mitteln so orchestral und versöhnlich zu vertonen mag. Klavier, Celli, Geigen und akustischen Saiten- und Schlaginstrumente ergeben eine Art Kammermusik, in deren Mitte diese unverkennbare Stimme schwebt und lebt. Und immer wenn die Silben Hegartys vibrieren, die Melancholie samt Hoffnung sich in ihr Falsett-Korsett zwingen und das Piano leise im Raum verhallt, verwandelt sich die Eiseskälte in Herzenswärme. Das beantwortet alles. Eines der schönsten Alben, das dieser Winter mit sich bringt.

Björn Bauermeister / Tonspion.de

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