The Devil's Walk

Apparat - The Devil's Walk

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Vier Jahre nach "Walls" und nach einer Zeit der Ausflüge und Nebenprojekte schließt Sascha Ring seine Songwriterwerdung ab. Das neue Apparat-Album "The Devil's Walk" stellt Rings Produzentenkünste ganz in den Dienst des Liedes, der Stimmen und der Worte.

 

In den vier Jahren nach "Walls" war Sascha Ring alles andere als untätig. So bewies das 2009 gemeinsam mit Modeselektor produzierte Moderat-Album einen langen Atem, und 2010 erschien der Apparat-Beitrag zur DJ-Kicks-Serie. In beiden Projekten klang "Walls" nach, ein Echo, das nicht nur Rings Stimme, die klassisch aufgebauten Hits oder der Griff zur Thom-Yorke-Soloplatte transportierten.

Vor allem schuf sich hier ein grundlegender Klang mit elektronischen Mitteln und vollendet produziert einen inneren Ort traumreicher Sicherheit. Nun ist dieses Echo auf der anderen Seite des Tals angekommen und kehrt als "The Devil's Walk" zurück, Apparats erstes Album für das Traditionslabel Mute. Und wenn Mute für originelle, eigene, störrische Ansätze für die Verschmelzung von synthetischer Kühle und vertrauter Körperwärme steht, schlägt "The Devil's Walk" nicht quer.

Fehler- und ausfallfrei produziert Apparat hier organische Musik, die sich kleinteilig und komplex in doch einfache und reduzierte Lieder gießt. Die Vierviertelbassdrum zieht sich in die Brust zurück, der Flatterbeat streut sich sacht über ausgefeilte Texturen, Ring bettet Melodien ein. Seine Stimme singt sich einen eigenen Raum zwischen Thom Yorke und Jónsi, dabei so sacht intoniert, als hätte sie Sorge, die Ordnung der Rhythmen und Klänge zu stören, als wolle sie sich nicht zu sehr in den Vordergrund spielen. Dabei ist das schon längst passiert, ist "The Devil's Walk" längst ein Sing- und Liedalbum, eine Sascha-Ring-Platte, und das ist ganz hervorragend.

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