Funeral

Funeral

Arcade Fire

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Große Gesten und glühende Hingabe: Die unangefochtenen US-Kritiker-Darlings 2004 und ihr Instant-Meisterwerk. Lange wird dieses Blatt auch bei uns nicht unbeschrieben bleiben.

Arcade Fire machen sprachlos. Im besten Sinne. Weil man ganz einfach wirklich nichts mehr von sich geben, sondern sich ganz einfach nur noch versenken möchte in diesen scheinbar durch nichts zu erschütternden Klängen. Den Klängen ihres in jeder Hinsicht außerordentlichen Debütalbums "Funeral". Über die Maßen hingebungsvoll geht es auf dessen zehn Songs zu, die zumeist getragen vom anfangs noch gewöhnungsbedürftigen Organ Win Butlers einen gewagten Bogen spannen von Post-Punk zu Prog-Rock, von den Pixies zu den Talking Heads (gern gehörte Referenzen); Songs, die von flammender Euphorie erzählen und von grenzenloser Erregung. Fernab postmoderner Ironiegesten lässt das kanadische Vierergespann - zählt eigentlich noch irgendjemand die großartigen Musiker, die uns Maple-Leaf-Land allein in den letzten Monaten beschert hat? - eine aufwühlende, zutiefst emotionale künstlerische Vision entstehen, die man ohne verlogene Distanz im Zweifelsfall einfach nur als grundschön bezeichnen darf. Und als absolut unwiderstehlich, wie sich an "Neighborhood #2 (Laika)" nachhören läßt, bei dem Theatralik, verquere Harmonien und verstörende Lyrics aufs eindringlichste zusammenfinden. Die Herzerl, sie brennen wieder. (cp)

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