Art Brut – Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out

Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out

Art Brut

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Indiepop zwischen Spoken Word und Post-Punk: Art Brut spielen auf ihrem fünften Album ihre gewohnten Karten aus, aber: Is this joke funny anymore? Lustig vielleicht nicht, aber ziemlich ausgearbeitet.   

2005 stürmten Art Brut mit Unbekümmertheit und Unverfrorenheit die Indie-Dancefloors: Alle waren verliebt in eine furios besungene „Emily Kane“ – oder soll man lieber "besprochene" sagen, denn Eddie Argos Sprechgesang dominiert den rohen Sound der Post-Punk-Band, deren Songs stets so klingen als wären sie spontan bei ein paar Drinks entstanden. Auch auf dem neuen Album mit dem doch etwas bemüht locker klingenden Titel "Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out" ist das nicht anders.

Video: Hospital!

Die Songs sind wieder Momentaufnahmen des Lebens zwischen dem Dasein als Künstler und irgendwie zu Arbeit und Alltag gezwungenem Mensch: Es gibt dabei charmante Ausflüge ins Deutsche wie auf "Good Morning Berlin" und der Zeile "Kannst Du bitte die Luft aus meinem Glas lassen?". Überhaupt geht es natürlich wieder ziemlich viel über Alkohol und Liebe und den flüssigen Zustand oder fließenden Übergang zwischen beidem. Der schönste Song zu diesem Themenkomplex ist dabei der betrunken-betörende Rauschhit "She Kissed Me (And It Felt Like A Hit)".

Auf ihrer Debütsingle "Formed A Band" hieß es: "Yes – this is my singing voice / It’s not irony; it’s not rock’n’roll / We’re just talking to the kids." Inzwischen ist nicht mehr so ganz klar, zu wem Argos nun spricht: Zu den älter gewordenen Kids? Zu sich selbst? Letzteres ist wahrscheinlich, denn er spricht nun nicht mehr (nur) in einer Meta-Ebene über Pop, er spricht in einer persönlichen Ebene über seine gesundheitlichen Probleme ("Hospital!") – wobei auch darin eine Anspielung an die Popwelt versteckt ist, wenn es heißt: "They tried to make me go to rehab / And I said / That's probably a very good idea".

Solche Wendungen sind keine juvenilen Slogans mehr wie das einstige "Drinking Hennessy with Morrissey", es sind erwachsene Bitterkeiten. "I’m Too Clever for my own damn good" singt Argos schließlich und ja, das hört man auf "Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out", das an manchen Stellen ein wenig zu ausgefeilt und zu angestrengt wird. Aber dennoch: An vielen Stellen blitzt der zackige Ungeist des Art-Brut-Art-Punks auch wieder gleißend hell auf.

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