Istiklaliya

Istiklaliya

Aufgang

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Aufgang sind Francesco Tristano, Rami Khalifé und Aymeric Westrich, drei klassisch ausgebildete Musiker, die 2009 erstmals U- und E-Musik auf einem Album kreuzten. Ihr zweites Album „Istiklaliya“ bringt die drei auf ihrer Suche nach neuen Ausdrucksformen zwischen Klassik, Techno, Jazz und afrikanischer Polyrhytmik ein ganzes Stück weiter.

Ähnlich wie Brandt Brauer Frick arbeiten Aufgang an einer Symbiose aus live gespielter Musik und maschinellem Groove. Ihr Ansatz ist allerdings radikaler, im Mittelpunkt ihrer Musik stehen die Klaviere von Rami Khalifé und Francesco Tristano und Aymeric Westrichs virtuoses Schlagzeugspiel, Synthies werden lediglich als Effekt eingesetzt. So klingen Aufgang organischer und lebendiger als die Brandt Brauer Frick, aber auch weniger tanzbar.

„Kyrie“ ist der Auftakt zu einem Album, das sich wesentlich freier zwischen den Genres bewegt als der Vorgänger, ohne zu gewolltem Crossover zu schrumpfen. Dazu sind die Beteiligten zu virtuos und versuchen, weitere Sounds und Genres in ihr Set zu integrieren. Die Präzision ihrer polyrythmischen Handarbeit ist verblüffend: Tristanos und Khalifés Klavierspiel umgarnt und umzingelt sich, läuft mal nebeneinander her, mal vollkommen gegeneinander. Allerdings hat sich in manchen Songs eine etwas käsige Freude am straighten Beat eingeschlichen, die zum Beispiel bei „Vertige“ dem Thema des Songs widerspricht. Doch diese Momente sind kurz und „Istiklaliya“ nur die logische Konsequenz für Aufgang: Wer so virtuos ist, kann sich nicht auf Dauer mit einem Vier-Viertel-Groove begnügen. Davon sollte man sich unbedingt live überzeugen! „Istiklaliya“ ist am 03.05.2013 erschienen.

Tourdaten:

10.06.2013 Mannheim, Alte Feuerwache
23.06.2013 Köln, c/o pop

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