Olympia

Olympia

Austra

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Einen erstaunlichen Volltreffer landeten Austra im Jahr 2010 mit ihrem Debütalbum "Feel It Break". Selbst knallharte Kritiker wurden weich, angesichts des Sirenengesangs von Katie Stelmanis und der Retro-Electrosounds ihrer Band. Mit Olympia setzen Austra ihr Erfolgskonzept fort.

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Der Presseinfo-Schreiber von Austra dürfte heute noch Tränen lachen. Er schrieb zum ersten Album, dass Katie Selmanis eine Opernausbildung genossen habe und dieses Zitat fehlt seitdem in so gut wie keinem Text über die Band aus Toronto. Doch wer schon mal eine Oper gehört hat, wird zweifellos zum Schluss kommen, dass ihr kindlich-naiver Gesangsstil das genaue Gegenteil von einer ausgebildeten Opernstimme darstellt. Statt zu singen, presst die Sängerin der dreiköpfigen Band ihre Textzeilen mit theatralisch zitternder Stimme ins Mikrofon und ist damit auf den ersten Ton wiedererkennbar. Vermutlich trug genau diese Unverwechselbarkeit zum erstaunlichen Erfolg der Band bei. Ebenso der pluckernde Electrobeat, der ihre Songs unterlegt. 

Auf Album Nummer 2 "Olympia" zeigt die Band ein breiteres musikalisches Spektrum und bleibt ihrem "New Wave meets New Age"-Sound doch treu. Die Produktion ist facettenreicher und wärmer als noch bei der ersten Platte. Man hört die Live-Erfahrung, die Austra mit ihrem Debüt in drei Jahren gesammelt hat. Und vor allem jüngere Menschen in knallbunten Klamotten und mit ausschweifendem Tanzstil fallen inzwischen in Scharen bei den Konzerten der Band ein.

Was dem neuen Album allerdings abgeht, ist ein so prägnantes Stück wie die heimliche Hitsingle "Lose It" vom Debütalbum, über die Spiegel Online schrieb: "Dieses Lied kennt kein Entkommen. Es ist bekloppt, nervtötend und großartig. Wer es einmal im Kopf hat, bekommt es tagelang nicht mehr heraus". Nummern dieses Kalibers sucht man auf "Olympia" vergeblich. Insofern ist es ein Album für die Fans der kanadischen Band geworden. Wer schon mit dem Debüt und der polarisierenden Stimme von Selmanis nichts anfangen konnte, wird weiterhin einen Bogen um Austra machen.

>> Zur Review von Austras Debütalbum "Feel It Break"

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