Balthazar - Fever (Artwork)

Balthazar - Fever

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Selbstbewusstsein, Druck oder Gelassenheit. Was genau Maarten Devoldere und Jinte Deprez von ihren starken Soloprojekten mitgebracht haben, wissen wir nicht. Fest steht aber: auf "Fever" sind sie wieder ganz die Alten. 

Video: Balthazar - Fever

Balthazar - Neues Album - Weshalb? Nicht, dass die bisherigen Alben des belgischen Fünfgespanns etwas an ihrem Charme verloren hätten, doch wenn sich zwei der Bandmitglieder nach einer augenscheinlichen Trennung selbstständig machen und auf Anhieb fantastische Alben liefern, stellt sich zwangsläufig die Frage, ob eine Rückkehr in alte Muster der richtige Weg ist.

Maarten Devoldere als Warhaus, Jinte Deprez als J. Bernardt. Beide lieferten mit "Warhaus" bzw. "Running Days" zwei der besten Alben 2017 und zeigten eindrucksvoll auf, wie gut der Ausbruch aus dem gewohnten Bandkonstrukt tun kann. 

Sind Balthazar nach Genreausflügen in Richtung Art-Jazz und Elektro-Pop also noch dieselben? Definitiv. Ist das eine gute Nachricht? Vielleicht. Cool, smooth, lässig, groovy, markante Basslines, laid-back Vocals - die Stichwörter, die dieses Album umgeben sind dieselben, die es seit jeher waren.

Zudem scheinen die beiden Frontmänner die Bestätigung für ihre Soloprojekte mit in den Entstehungsprozess getragen zu haben. Auf "Fever" klingt der klassische Balthazar-Sound noch etwas selbstbewusster und unantastbarer als zuvor. 

Video: Balthazar - Entertainment

Auf das Soundgewand kann man sich defintiv einigen, bei den Lyrics dürften sich hingegen die Geister scheiden. Gewohnt lässig, gekonnt mit Klischees und ein bisschen Macho-Gehabe gespickt. Stellenweise wirkt alles daran jung, unüberlegt und bewusst arrogant. Bilderbuchs Maurice Ernst hätte es also auch nicht besser machen können. D

ie Texte haben zwar ihren doppelten Boden, spätestens wenn auf "Wrong Vibration" darüber sinniert wird, dass Frauen ihren Reiz verlieren, wenn sie zu süß sind, verliert das Konstrukt jedoch einiges an seiner Coolness. 

I'm not the man for changes / What does it mean to you? / I try to change the obvious / But somehow I just never do

- "Changes"

Marten Devoldere liefert bereits zu Beginn des Albums die passende Erklärung. Balthazar haben sich kaum verändert, wieso sollten sie auch? Der Sound macht immer noch Spaß und wurde in genügend Eigenheiten verändert, um nicht eintönig zu wirken.

Wer den Stil der Band seit jeher mochte, wird mit "Fever" eines seiner Alben des Jahres gefunden haben. Wer sich nach der langjährigen Pause ein paar mehr Experimente versprochen hatte, bekommt zumindest schon mal die ersten Hits für seine Sommerplaylist geliefert. 

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