Everything All The Time

Everything All The Time

Band Of Horses

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Eigentlich müsste der Grunge-Fisch doch seit mindestens eineinhalb Jahrzehnten langsam mal gelutscht sein, oder!? Ist er auch, selbst wenn Seattle mit Band Of Horses wieder wirklich gutes Zeug mit Grunge im Blut an den Start bringt.

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Vor gerade mal zwei Jahren haben der singende Gitarrist Ben Bridwell und der stumme Bassist Mat Brooke die Band Of Horses ins Leben gerufen. Nach unzähligen im Netz kursierenden Demoaufnahmen und einer limitierten Tour-EP steht nun das erste Langspielalbum auf dem Flur. „Everything All The Time“ wurde in Gestalt einer vierköpfigen Band aufgenommen und nun tingelt man mit dieser um noch einen weiteren Kopf vergrößerten Herde in den Staaten von Bühne zu Bühne. Das Blatt des Gründungsduo ist kein unbeschriebenes, spielten sie doch unter dem Namen Carissa´s Wierd über eine Dekade lang ihren melancholischen Indiepop und retteten mit Alben wie „Songs About Leaving“ und „I Before E*“ so manch einem Teenager das Leben. 2004 lösten sich Carissa’s Wierd auf, Ben und Mat blieben zusammen und Band Of Horses galoppierte los. Ein Song reicht, dann fällt es wie Schuppen von den Augen: Die Band passt zu ihrem Label wie Gesäß auf Eimer. Natürlich, unprätentiös, traurig, fragil, erbauend, warm, weit und groß – so klingt Band Of Horses und Sub Pops Vergangenheit. Rockiger, vielschichtiger, bandfokussierter und nicht ganz so glitschig wie Carissa’s Wierd, weckt dies Debütalbum hin und wieder leichte grungelige Reminiszenzen. Erinnert des Öfteren an alte Built To Spill, die Flaming Lips oder auch die Retro-Grunge-Popper Rogue Wave. Man ist ehrlich, nicht so gut drauf und hat Dinge auf der Zunge, die man loswerden möchte, ohne sich dabei zu ernst zu nehmen – so klingt kein neuer Grunge-Fisch. Zum Glück! In wenigen Tagen offiziell in jedem guten, alten Plattenladen zu bekommen. (bb)

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