Bat For Lashes – Lost Girls (Album Cover)

Bat For Lashes - Lost Girls

Redaktionswertung: 
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Elegisch, eurythmisch: Bat For Lashes schreibt Songs, die heilend und hemmungslos traurig zugleich sind.

Natasha Khan klingt zwar auf ihrem fünften Album zuweilen wie Annie Lennox auf den frühen Eurythmics-Alben, aber schon längst hat sie sich mit ihrem Projekt Bat For Lashes eine eigene Stimme im Pop-Kosmos geschaffen. Ihr eigenwilliger Sound nahm den Eighties-Film-Hype à la Stranger Things vorweg, ohne in die Retro-Falle zu tappen.

Wenn sie beispielsweise wie 2009 einen gewissen "Daniel" besingt, dann ist es als ob ein Teenager mit Stevie Nicks und Kate Bush im Chor auf dem heimischen Kasettendeck von Ralph Macchio in seiner Rolle als "Karate Kid" schwärmt. Ergreifend, ehrlich und eben ziemlich eurythmisch ist das.

Video: Kids In The Dark

Das neue Album spielt nun wieder frei mit Assoziationen und Genres, Khan wirbelt persische Popbeats mit Synthie-Flächen durcheinander. Mit "Feel For You" hat "Lost Girls" auch einen luftig leichten Dance-Track, der zwischen Lykke Li und Austra schwebt. "Jasmine" ist kühler Wavepop und das instrumentale "Vampires" erinnert an The-Cure-Perlen, die hier jedoch von einem Saxofon traurig durchweht werden.

Video: The Hunger

Die Achtziger und Vampire sind überhaupt die unübersehbaren Paten dieses Albums: Der Horror-Komödien-Teenager-Film "The Lost Boys" kommt einem dabei natürlich bei dem Titel "The Lost Girls" unweigerlich in den Sinn. In der Single "Kids In The Dark" verwandelt sich Khan als die Figur Nikki Pink im Clip in eine Vampirin, die sich in einen Menschen verliebt und das ganze Album ist ein flirrender Traum über ein Paralleluniversum, in der sich eine weibliche Biker-Gang durch die Songs treibt.

Ein Album, das die Achtziger einerseits durchaus aussaugt und auch die grellen wie pathetischen Seiten ausleuchtet, andererseits aber dadurch tatsächlich noch ein Stückchen mehr unsterblich macht.

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