Many People

Many People

Bauchklang

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Aha, ein Vocal Groove Project: mir schwant Übles. Fünf Stoffbehoste Männer mit verschiedenen, unifarbenen Hemden, die „lustige“ A-Capella-Stücke intonieren und irgendwann beim kleinen grünen Kaktus landen. Doch Bauchklang sind anders.

Bauchklang versuchen nicht das Erbe der Comedian Harmonists anzutreten. Vielmehr bilden die sechs eine gut geölte Beatbox mit eigenem Effektpark, fetten Bassdrums und schneidend scharfen Snares. Sie treten sogar als Remixer ihrer selbst in Erscheinung und bieten auf ihrer Website ganze Samplebänke an. Dabei ist ihr einziges Hilfsmittel die menschliche Stimme mit all ihren Ausdrucksmöglichkeiten: von Gesang bis zum Zischen und brummen, Flüstern und Schreien, Hauchen und Kreischen. Und so bleibt beim ersten Hören der Mund durchgehend offen stehen und man schüttelt gleichermaßen anerkennend wie ungläubig den Kopf: „Das ist doch nicht möglich!“ Doch! Auf „Many People“ treten die sechs Österreicher gleich 17 Mal den Beweis an. Damit zum Problem von Bauchklang, das in den selbst gesetzten Grenzen liegt. So erstaunlich die Wandlungsfähig ihrer Stimmen auch ist, subsonische Tiefen oder endlose Flächen bleiben elektronisch verstärkten Instrumenten vorbehalten. Auf Albumlänge fehlt den Songs das richtige Tempo, der Bass, ein Spannungsbogen. Zu viele Tracks und zu wenig Songs finden sich auf „Many people“. Statt auf Emotionen setzen Bauchklang auf Virtuosität. Was bleibt ist: Kopfhörermusik, die obwohl ganz klar am HipHop und Breakbeat orientiert, vor allem unter Jazz-Fans Freunde finden dürfte. (fs)

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