BartóKorcia

Béla Bartók - BartóKorcia

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Béla Bartók hat manchmal ganz schön abschreckende Musik komponiert. Gegen Ende seines Lebens aber wurden die Töne moderater und strahlten eine fast fröhliche Altersweisheit aus. Das 2. Violinkonzert von 1938 ist dafür ein beredtes Beispiel.

Bei den leicht spanisch angehauchten Harfenklängen zu Beginn unseres Hörbeispiels muß man schon zweimal hinhören - das entspricht so gar nicht der Klangsprache, die man sonst mit dem ungarischen Komponisten assozieren würde. Zu sperrig klingen viele seiner bekannten Werke. Allerdings mäßigte er sich in seiner sogenannten späten Phase und freundete sich auch neu mit der Tonalität an, wie man in den informativen Linernotes erfahren kann.

Drei der vier Stücke auf dieser Doppel-CD stammen aus diesem letzten Schaffensabschnitt Bartóks, indem auch seine Jahrzehnte währende Besessenheit von Volksmusik zurückging. Es sind zwar noch volkstümliche Elemente vorhanden, aber sie werden musikalisch in einen weiteren Kontext gestellt und nicht mehr, wie früher ungefiltert dem Hörer zu Ohren gebracht, sondern einem starken kompositorischen Formwillen unterworfen, was Bartók Musik viel universeller werden ließ

Der Teufelsgeiger Laurent Korcia befindet sich mit dem feurigen und zarten 2. Violinkonzert Bartóks ganz in seinem Element, denn er ist einer der wenigen jungen Geiger, die dem virtuosen und leidenschaftlichen Stil des sagenumwobenen Niccolo Paganini nachstreben, der noch um 1900 von vielen legendären Geigern gepflegt, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aber von einer intellektuelleren Herangehensweise verdrängt wurde.

2 CDs, ca. 97 Minuten

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