Ben Howard - Noonday Dream
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Ben Howard - Noonday Dream

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Das neue Album von Ben Howard ist nicht nur aus musikalischer Sicht ein ganz großer Wurf. "Noonday Dream" zeigt auch, dass von Zeit zu Zeit die starren Prinzipien der Musikindustrie außer Kraft gesetzt werden können, sofern die Qualität stimmt.

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Für nicht mal eine Handvoll Interviews stand Ben Howard im Zuge seines neuen Albums "Noonday Dream" zur Verfügung. Seine Songs zu erklären, das hat der britische Vollblutmusiker schon immer gehasst. Also ging er den Weg der geringsten Nervenbelastung, wahrscheinlich zum kollektiven Entsetzen seines Labels Island Records, und erzählte nur ausgewählten Medien, wie der New York Times etwas zur Entstehungsgeschichte seines dritten - wir möchten an dieser Stelle hier schon spoilern - seines intensivsten Albums.

Vorab veröffentlicht wurde mit "A Boat To an Island On the Wall" nicht weniger als die Blaupause vom Rest der Platte. Sieben Minuten lang, alle Radiomenschen schreiben auf einmal hektische Mails an die Promoter, ob denn noch eine gekürzte Radio-Edit nachgeschoben wird. Und alle, die das getan haben, sollten besser heute als morgen ihren Job an den Nagel hängen. Denn dieser Song ist genau so lang, wie er sein muss.

Es ist das zentrale Gestirn, in dem sich alles vereint, was "Noonday Dream" ausmacht: Howards Pick-and-Go-Gitarrenspiel zum Beispiel. Oder die Liebe zum Minimalismus, die es Howard schon auf dem zweiten Album "I Forget Where We Were" auf wundervolle Weise angetan hat.

Was sich aber vor allem zeigt ist, dass der Brite nicht länger Musik für die Livebühne komponiert. Vor dem geistigen Auge kann man sich ihn quasi vorstellen: Der Tüftler Ben Howard mit seinen Hunderten Effektpedalen, Samples, Vocodern, Reglern und Knöpfchen, die seine Stimme, sein Gitarrenspiel, das Schlagzeug und die gesamte Atmosphäre so wunderschön verzerren.

Ein lieber Gruß ging da wohl von seinem Airbnb in Paris, in dem er sich gerade aufhält, raus in Richtung Eaux-Claire, Justin Vernon und Bon Ivers ebenso faszinierendes "22, A Million".

Das heißt aber nicht, dass Ben Howard diese Sogwirkung nicht auch live zustande bekommt, sein Konzert vor wenigen Tagen im Admiralspalast Berlin hat genau das eindrucksvoll bewiesen. Viele Monate im Voraus war das restlos ausverkauft. Und hier zeigt sich: Es braucht keine monatelangen Promotiontrips um den Globus. Sich rar zu machen und die Musik für sich sprechen zu lassen, kann auch funktionieren, sofern die Qualität des Albums dementsprechend ist. Und bei "Noonday Dream" stimmt so ziemlich alles.

Wer sich diesem atmosphärischen Erlebnis samt beeindruckender Visuals auch hingeben möchte, hat im kommenden Herbst nochmals die Gelegenheit dazu. Der Vorverkauf startet am 15.06.2018.

Ben Howard Tour 2018

27.11.2018 MÜNCHEN, ZENITH

30.11.2018 KÖLN, PALLADIUM

03.12.2018 HAMBURG, SPORTHALLE

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