Beth Gibbons & Polish National Radio Symphony Orchestra - Symphony Of Sorrowful Songs (Album Cover)

Symphony Of Sorrowful Songs

Beth Gibbons

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Portishead-Sängerin Beth Gibbons hat zusammen mit dem Polish National Radio Symphony Orchestra die Symphonie Nr. 3 des Komponisten Henryk Górecki – auch bekannt unter dem Namen "Symphony Of Sorrowful Songs" neu aufgenommen und damit neu mit Geheimnissen gefüllt.

Diese "Sinfonie der Klagelieder" ist das berühmteste Werk des polnischen Komponisten Górecki, das von vielen Filmschaffenden geschätzt wird und Einzug in Soundtracks wie "Basquiat" oder "Beautiful Boy" fand: Aufgebaut ist das Werk in drei Sätzen, die sich langsam zum jeweiligen Höhepunkt steigern und dann auch den Einsatz einer Stimme beinhalten.

Diese Stimme gehört nun Beth Gibbons, einer Sängerin die man ohne Weiteres mit dem Wort "Klagelied" verbinden kann, ohne dass sich ein weinerliches Bild ergibt, sondern eine Atmosphäre von höchster Trauer und Intimität aufbaut.

Trailer: Beth Gibbons & the Polish National Radio Symphony - Henryk Górecki: Symphony No. 3

Es ist nicht die erste popmusikalische Näherung an dieses ernste klassische Werk, bereits 1992 gelangte eine Aufnahme mit der US-Opernsängerin Dawn Upshaw sogar in die Charts und die Trip-Hop-Band Lamb wurde durch die Sinfonie zu ihrem Song "Górecki" inspiriert. Das ist ein schöner Bogen zu Beth Gibbons, die schließlich mit den Trip-Hop-Veteranen Portishead berühmt wurde und sich auf diesem Album von der melancholischen mysteriösen Indie-Queen zur engelsgleich geheimnisvollen Diva wandelt.

Für diese Kollaboration eignete sich Gibbons nicht nur den Soprangesang, sondern auch eine phonetische Interpretation des polnischen Originaltextes an. Für die Hörer wirken die Songs damit umso mehr irreal, erinnern sie doch an die fast überirdischen Gesänge einer Liz Fraser von den Cocteau Twins oder einer Lisa Gerrard von Dead Can Dance. Beth Gibbons schenkt uns hier in der Tat die klassischen Klagelieder einer Frau, die vom Himmel gefallen zu sein scheint.

Die nun zu hörende Aufnahme stammt aus dem Jahr 2014, damals wurde die Sinfonie mit Gibbons in Warschau aufgeführt und orientiert sich werkgetreu an der originalen Partitur. Gibbons-Fans sollten also kein neues Solo-Album erwarten, denn das hier ist ein reines Klassik-Album: Keine Neo-Klassik, keine elektronischen Variationen und schon gar keine Portishead-Referenzen sind darauf zu finden.

So ist Gibbons Stimme auch nur sporadisch zu hören, größtenteils lauschen wir dem Orchester. Und dass es sich hier tatsächlich um ein Live-Album handelt, bemerkt man erst dann, wenn am Ende überraschend tosender Applaus aufbrandet und man sich nach den hypnotischen Klängen samt klagendem Gesang wieder in der Realität findet.

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