SCHICK SCHOCK

SCHICK SCHOCK

Bilderbuch

Redaktionswertung: 
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Vor fünf Jahren knallten Bilderbuch mit selbstbewusstem Pop in die Indieszene. Ihr Album "Schick Schock" ist Fortsetzung, nur in größer.

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Auf "Schick Schock" präsentieren sich die vier Wiener als eierlegende Wollmilchsau des Pop: hyperaktiver Poprock mit Sprechgesang an dezent sägender Technobeilage, begleitet von studiotechnischen Spielereien und ein bisserl Schmäh. Fertig ist das Hipster-Menü. Tatsächlich könnte das vielen Leuten schmecken, Bilderbuch könnten für den Pop das werden, was Kraftklub für den Rock schon sind. Das nötige Selbstbewusstsein bringen sie mit und ihre Instrumente beherrschen sie auch.

Was den Spaß an dieser jungen und talentierten Band letztlich doch trübt: die trostlose Inhaltsleere ihrer Songs. Auf textlicher Ebene haben Bilderbuch absolut nichts zu sagen. Selbst die Wortspiele bleiben schal. Da reimt sich "mein Schwanz so lang wie ein Aal" auf "meine Mutter so dick wie ein Wal" etc. Jeder Straßenrapper hat heute mehr und interessanteres zu erzählen als Bilderbuch. Und das in einer Zeit, wo die Themen auf der Straße liegen. Mit Songs über einen "Spliff" kann man heute wirklich nicht mal mehr seine Oma schocken.

Und auch wenn man der berechtigten Ansicht ist, dass Popmusik auch völlig sinnbefreit funktionieren kann (das haben unzählige Bands der frühen 80er hinlänglich bewiesen) und in erster Linie den Hintern in Bewegung versetzen müsse, fehlt der Musik dann letztlich doch die Konsqeuenz. Bilderbuch wollen irgendwie für alle da sein und bleiben auf "Schick Schock" dadurch Mittelmaß. Selbst vermeintlich persönliche Songs über die Sehnsucht nach der Liebsten wie "Gibraltar" lassen da einen am Ende völlig kalt.

So etwas wie eine eierlegende Wollmilchsau gibt's eben doch nicht. Auch nicht in der Musik.

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