Blood Orange – Angel’s Pulse (Album Cover)
Album der Woche

Blood Orange - Angel’s Pulse

Redaktionswertung: 
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Wenn Tracks wie der Puls eines Engels sanft vor sich hin schlagen, dann zaubert Blood Orange wieder ätherisch schöne Funk-Soul-Pop-Melodien hervor.

Bescheiden als Mixtape angekündigt, veröffentlicht Devonté Hynes kurz nach seinem im Sommer 2018 hochgelobten Album "Negro Swan" nun bereits wieder neue Songs: "Angel’s Pulse" hat er komplett selbst produziert, gemixt und eingespielt.

Der Brite bringt das Album nun als eigenständiges Werk heraus, früher hatte er solche als privat gedachten intensiven Zugaben – die stets im Anschluss an ein veröffentlichtes Album entstanden –  an Freunde oder Fremde auf der Straße verschenkt. Nun dürfen wir alle diesen musikalischen Geschenken lauschen.

Album-Trailer: Angel’s Pulse

Die Tracks fließen dabei leichtfüßig und spielerisch wie in einem strangen wie schönen Traum ineinander: Da weht mal ein zartes Saxofon heran, Melodien schlagen Haken und verlieren sich in spielerischen Gerüsten, Gaststars wie zum Beispiel Kelsey Lu verfeinern die Tracks mit verführerischem Gesang.

Die Songs haben dabei mal hymnischen Charakter ("Birmingham"), sind kleine clevere Ohrwürmer ("Benzo") oder aber es pluckert hektisch wie hypnotisch wie im großartigen Song "Baby Florence (Figure)". Hier im Stream ab Minute 37 zu hören:

Das Album ist dabei so etwas wie ein Epilog zu "Negro Swan" geworden, dem Werk, dass sich mit Rassismus, Sexismus oder Mobbing auseinandersetzte und dies erstaunlicherweise mit sehr sinnlichen wie sanften Songs tat. Weitere Komplizen bei diesem überraschenden Nachschlag sind unter anderem Toro Y Moi, Porches, Tinashe oder Justine Skye.

Und so entstand tatsächlich eine Art Mixtape, liebevoll und durchdacht gefüllt mit Pop-, Funk-, Hip-Hop-, Electro-, Soul- und Funk-Versatzstücken, das jeder gerne als Geschenk überreicht bekommt – so wie man früher auch gerührt war von mühsam zusammengestellten Mixkassetten.

Blood Orange Live 2019:

13.08.: Berlin – Max-Schmeling-Halle

(Im Rahmen von 50 Jahre Musikexpress mit Tame Impala und Yeasayer)

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