The Campfire Headphase

The Campfire Headphase

Boards Of Canada

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Boards Of Canada, die großen Mystiker und Geheimniskrämer auf Warp Records, haben die Paranoia ihres letzten Albums gegen die heimelige Wärme eines „Campfire“ eingetauscht. Trotz folkiger Gitarren ist bei ihnen jedoch kein Platz für Lagerfeuerromantik.

„The Campfire Headphase“ beinhaltet all das, was ein Boards Of Canada-Album so unverwechselbar macht: die stets etwas matschigen Beats schleppen sich nach wie vor voller Mühe voran; flirrendes Flöten, Säuseln und Zirpen verdichten sich zu Melodien. Und doch hat ihr Sound mit dem sparsamen Einsatz der Gitarre eine neue Qualität gewonnen. Wo auf dem Vorgänger stets Chaos und Verwirrung die zarten und sorgsam gehegten Melodiegebilde der beiden Eigenbrödler Mike Sandison und Marcus Eoin bedrohten, schafft jetzt die Gitarre Ordnung. Elektronischer Folk, betörend schön und doch unglaublich zerbrechlich. Musik, die eine starke Schulter sucht; den Schutz einer wetterfesten Hütte braucht, sonst droht sie durch den nächsten Wolkenbruch in den schottischen Highlands hinweggespült zu werden. Im Vergleich zu „Geogaddi“ hinterlässt „The Campfire Headphase“ eine geradezu entspannte Atmosphäre: Nach der Paranoia haben sich Boards Of Canada dem Traum gewidmet. Welche Rolle dabei die Geburt von Mike Sandisons Tochter spielt? Man weiß es nicht. Die beiden Schotten machen das, was sie nach einer Veröffentlichung immer zu tun pflegen: sie schweigen. (fs)

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