Bon Iver

Bon Iver

Bon Iver

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
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gut
sehr gut

Vom kauzigen Eigenbrödler des Debüts, ist auf "Bon Iver" auf den ersten Blick nicht viel zu erkennen. Justin Vernon ist mit seinem zweiten Album aber ein nicht minder schönes Werk gelungen.

Es ist bereits vier Jahre her, dass Justin Vernon alias Bon Iver, eine Ableitung aus dem Französischem "Bon Hiver" (Guter Winter), sein Debüt alleine in einer Jagdhütte im US-Bundesstaat Wisconsin aufgenommen. "For Emma, Forever Ago" sorgte mit seinem introvertierten Sound, den Stimmschichten und warmen Gitarrenakkorden für mehr als nur gute Kritiken. Gemeinsame Aufnahmen mit z.B. Kanye West haben dabei ihre Spuren hinterlassen.

Für sein zweites Werk trieb es den Singer/Songwriter nicht in die Einsamkeit. Zusammen mit seinem Bruder und ein paar Freunden wurde in seiner Heimatstadt Eau Claire an dem schlicht "Bon Iver" betitelten Nachfolger gearbeitet. Der reduzierte Folk des Debüts wird dabei mit dicken Soundschichten umlagert. Erhaben und schwebend leitet das wundervolle "Perth" mit seinem Marschrhythmus die neue Richtung ein. Gitarren, Bläser, Flöten, Streicher, Syntheziser oder Percussions, Vernon nutzt viel auf "Bon Iver", der seinen gewohnten Falsett-Gesang auch mal verlässt und tiefere Töne anstimmt.

Das Ergebnis ist ein komplexes, fragiles wie opulentes Album geworden, das jedoch nicht unübersichtlich oder verkopft wirkt und nur kurz zum Schluss in die schlimmsten 80er abrutscht. Doch das ist schnell vergessen und verziehen. Auch wenn sich Sound und Struktur Schichtenweise stapeln, bleibt die Tiefe von Vernons' Musik, die nichts an ihrer Intensität verloren hat.

Bon Iver

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