Blue Eyed In The Red Room

Blue Eyed In The Red Room

Boom Bip

Redaktionswertung: 
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schwach
ordentlich
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sehr gut

„All the Do´s and the don´ts“ schmeißt Bryan Hollon alias Boom Bip auf seinem zweiten Album für Lex Records auf den Schrotthaufen der Geschichte. Hip Hop war gestern, Electronica ist jetzt Boom Bips „cup of tea”.

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Naja! Ganz so überraschend kommt seine Wendung zur Electronica nun auch nicht. Schon auf „Seed To Sun“ war unüberhörbar, dass Bryan Hollon alias Boom Bip zwar ein genialer Beat-Bastler ist, aber noch viel mehr auf dem Plattenteller hat. Vielleicht auch deshalb sein vehementes Beharren darauf, dass auf seinem neuen Album nichts gesampelt wurde. Diese Konsequenz spiegelt sich auch auf der Gästeliste wider: MCs, wie noch auf „Seed To Sun“, sucht man vergeblich. Mit Gruff Rhys von den Super Furry Animals hat Bryan Hollon auf „Do´s And Don´ts“ seine Vision des perfekten SFA-Songs eingespielt. Folk-Sängerin Nina Nastasia bleibt es vorbehalten mit „The Matter“ das letzte Wort zu haben. Dazwischen tobt sich Boom Bips Kreativität aus. Er spielt vergnügt mit dem Erbe von Autechre in „The Move“ oder lässt es sich entspannt in der spinnerten Düsternis der Boards Of Canada gut gehen. Seinen Kollegen DJ Shadow und RJD2, deren Versuche, Gitarren in ihren beatlastigen Sound zu integrieren, reichlich prätentiös gerieten, zeigt er gleich auf mehreren Songs wie´s richtig geht. Folky Pickings und krautiger Postrock koexistieren fröhlich. Nein, mit Eklektizismus hat dieses Album nichts am Hut. Der Red Room ist eine ganz eigene, merkwürdige, schöne Welt. (fs)

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