Riot

Bosca - Riot

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Bosca hat seine Erfolgsformel erweitert. Im Kern bleibt "Riot" dennoch Straßenrap, der sich von der restlichen Szene abgrenzt.

"Deutscher Rap, ich mach dieses Thema wieder dope / In einem Land, was grad seine größten Fehler wiederholt / In ein paar Jahren sind die meisten großen Player wieder broke", prophezeit Bosca im "Intro". Die drohende Talsohle für die derzeit erfolgreichste Musikrichtung in den deutschen Charts, schreibt er mangelnder Kreativität zu.

Diese Antihaltung kennt man vom 30-Jährigen. Mit seinem Camp Freunde von Niemand positioniert sich Bosca seit einer Dekade als Gegenentwurf. Das kommt gut an. Die Anhängerschaft belohnte den Rapper mit Top-Ten-Platzierungen für drei Soloalben.

Video: Bosca – Raus auf die Gasse

Auch durch "Riot" zieht sich der bekannte Soundentwurf. Mit gepresster Stimme spuckt der Hesse einfach forumilierte Emotion über düster-melancholischen Beats: "Unsere Zeit ist nicht unbegrenzt / Dass du machst, was du liebst, ist die Grundessenz". Schwere Streicher, traurige Pianomelodien und Drums die Klatschen wie Boscas Rechte während seiner Ultra-Zeiten – der Rapper macht kein Geheimnis daraus, dass er mit Azads Musik aufwuchs.

Bosca inszeniert sich als Außenseiter der Deutschrap-Szene, dennoch hatte diese einen hörbaren Einfluss auf "Riot". "Weiße Dünen" überrascht mit sommerlichem Trap, "Achterbahn" ist streitbarer Synthie-Pop und an der Seite von Vega überzeugt er auf "Wieder auf Krawall" mit einem Grime-Beat. Fans könnten sich gerade von den massentauglichen Stücken verraten fühlen.

Die letzten Zeilen der Platte singt Bosca. Das kann er sogar. Der Fanclub muss sich allerdings nicht sorgen. Trotz der vielen Zugeständnisse an den Mainstream bleibt "Riot" ein hartes Straßenrap-Album, das die Lücke zwischen Autotune und Underground schließt.

Video: Bosca feat. Karen – Anders

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