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Bosse - Alles ist jetzt

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Eins muss man Bosse lassen: Nach Jahren im Musikgeschäft ist sein Radiopop längst nicht so beliebig geworden wie viele der Kollegen.

"Alles ist jetzt": Auf seinem neuen, gleichnamigen Album feiert Bosse die Gegenwart. Und die Vergangenheit. Und die Zukunft. Also gewissermaßen für alle was dabei, wie es im Mainstream-Pop mittlerweile ja Usus ist. Doch völlig austauschbar ist Axel "Aki" Bosse trotzdem nicht, auch wenn er das längst das zum Schmähbegriff verkommene Branding des sogenannten "Deutschpoeten" verpasst bekommen hat, überstrapazierten Heavy Rotations von Dauerbrennern wie "Schönste Zeit" sei Dank.

Da wären zum Beispiel die Arrangements. Tanzbare Rhythmen, ein locker-leichtes Gitarrenbett und wohldosierte Synthies machen "Alles ist jetzt" zu einem angenehmen Hörerlebnis, dem man ohne dicke Plakatwerbung und Major im Rücken auch den Status von Indiepop-Nachwuchs abnehmen würde. Das klingt zwar längst nicht so spritzig wie bei den wirklich guten deutschen Newcomern rund um Leoniden, KLAN & Co., aber dafür auch nicht so pathetisch wie die üblichen Verdächtigen in dieser kommerziellen Größenordnung.

Video: Bosse - "Alles ist jetzt"

Textlich sieht das schon anders aus. Bosse sträubt sich nicht vor schaurigen Bildern wie "klappernden Rollkoffern auf Asphalt" oder "streunender Hund im Gegenlicht" ("Wanderer") und wärmt phasenweise offensichtliche Kalendersprüche neu auf. Man muss dem 38-Jährigen zugute halten, auch Statements gegen Rechts und Hass in der Gesellschaft auf seiner Platte unterzubringen und sicher müssen diese auch nicht komplex sein, um zu wirken, doch Bosses Abhandlungen über Wutbürger und "Nazischeiß" ("Robert de Niro") hinterlassen den faden Beigeschmack von ambitionierten SoWi-Erstsemester. Und Musik über das Musikhören ("Augen zu Musik an") wirkt 2018 auch nicht mehr wie die frischeste Idee.

Gemischte Gefühle also bei Bosses sechster LP, die so schlecht ja gar nicht ist. Aber eben auch nicht so gut. Gewissermaßen ist von allem ein bisschen was dabei.

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