Breeders "All Nerve"

All Nerve

The Breeders

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Nach zehn Jahren Pause erscheint mit “All Nerve” das gespannt erwartete Comeback-Album der Alternative-Lieblinge The Breeders und es trifft den Nerv mit energiegeladenem kratzigem Post-Grunge-Punk.

Wie eine Kanonenkugel schlug 1993 der Song „Cannonball“ ein, der mit seinem unwiderstehlichen Refrain zu einer der wichtigsten Indie-Hymnen wurde. Das dazugehörige Album „Last Splash“ feiert nun sein 25-jähriges Jubiläum und auf „All Nerve“ findet sich dasselbe Line-Up wieder, allen voran die Schwestern Kelly und Kim Deal.

Letztere ist durch ihren unvergleichbaren Gesang und ihr prägendes Bass-Spiel bei den Pixies zur Heroin vieler Girl-Bands in der Alternative-Welt geworden. Dass der Begriff "Heroin" in anderer Bedeutung für eine Zwangspause Deals sorgte, steht auf einem anderen, traurigen Blatt.

Mit so viel Legendenbildung auf dem Buckel, besteht immer die Gefahr der Wiederholung und Wiederverwertung, der die Breeders jedoch mit Wucht und Wut trotzen: Die Songs auf „All Nerve“ sind intensiv, impulsiv und inständig leidenschaftlich.

Das Thema Neunzigerjahre-Indie erfährt momentan wieder einen kleinen Hype, die Breeders haben es dabei nicht nötig, auf dieser Welle zu schwimmen – sie spritzen den Trend-Heischern mit ihrem rotzig-trotzigen Sound ins Gesicht, wie sie es bei „Last Splash“ auch schon taten - einziger Wermutstropfen dabei: Es fehlen unbeschwerte Hits wie "Cannonball", "Divine Hammer" oder "No Aloha" .

Live kann man diese dennoch brodelnde und erfrischende Indie-Kraft in Deutschland in diesem Sommer (nur) zweimal erleben.

Tourdaten

03.07.18: Hamburg, Fabrik

04.07.18: Köln, Gloria

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