Digital Ash In A Digital Urn

Digital Ash In A Digital Urn

Bright Eyes

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Mit Conor Oberst sei einer der größten Songwriter dieser Generation - mindestens! - am musizierenden Werke, tönt es nahezu einhellig und nicht wenig schwanger an Bedeutung aus Fachmagazinkreisen. Wirklich?

Wer dieser Tage das angeblich einmalige songschreiberische Genie des Bright-Eyes-Kopfs anzuzweifeln sich bemüßigt fühlt, der begibt sich erlebtermaßen auf eher dünneres Eis. Aber ist es nicht vielmehr so, dass es sich hier ein durchaus talentiert zu heißender Musiker schon in jungen Jahren recht bequem und zum Vergnügen des schon seit Äonen den nächsten Dylan herbeisehnenden Feuilletons eingerichtet hat in stilisiertem Selbstmitleid und funzeliger LoFi-Folkseligkeit? Und das so gut abgesichert, dass er es sich durchaus erlauben kann, zwei Alben zum selben Zeitpunkt zu veröffentlichen, mit Material, das unter normalen Umständen eher nur für einen rundherum runden Longplayer gereicht hätte? Wozu also kleckern, wenn man zuspruchsbeflügelt auch klotzen kann ... Genug gemeckert – findet sich doch verteilt über die beiden Scheibchen auch genügend Hervorhebenswürdiges und Gelungenes. Tendenziell eher auf "Digital Ash In A Digital Urn", dem sogenannten "digitalen" Album, das den etwas angestaubt wirkenden Folkgestus hinter sich lässt. Dank klug gewählter Kooperationspartner wie Jimmy Tamborello (Dntel, The Postal Service) oder Yeah-Yeah-Yeahs-Gitarrist Nick Zinner findet Oberst darauf inmitten von programmierten Beats und Samples zu einer wesentlich aufgeräumteren Ausdrucksform, die seine Songs stimmiger und nachvollziehbarer macht. Nachzuprüfen auf "Gold Mine Gutted" oder der sehr ansprechenden Vorab-Single "Take It Easy (Love Nothing)". (cp)

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