Das schöne Leben

Das schöne Leben

Britta

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Es ist schon ein Wunder, dass es diese Band noch gibt. Zuerst verloren Britta aus Berlin durch die Pleite des Vertriebs EFA die kompletten Einnahmen der hochgelobten letzten Platte „Lichtjahre voraus“.

Wenig später starb im Dezember 2004 Schlagzeugerin und Namensgeberin Britta Neander im Alter von nur 48 Jahren an den Folgen einer Herzoperation. Man durfte kaum erwarten, dass sich die Band von diesen Schlägen erholen würde. Was 1997 mehr oder weniger als Nachfolgeprojekt der legendären Lassie Singers begann, immerhin 3 von der Kritik hochgelobte Alben veröffentlichte und mit „Kuschelriot“ fast ein eigenes Genre schuf, schien beendet. Umso mehr erfreut uns die Nachricht, dass Britta weitermachen. Das Schlagzeug übernimmt nun Kante-Mitgründer Sebastian Vogel, man hat neue Songs geschrieben und im April erscheint das vierte Album „Das schöne Leben“. Dass der erste Song auf dieser Scheibe ausgerechnet „Depressiver Tag“ heißt macht vor allem eines klar: Bei Britta ist (fast) alles beim alten. Musikalisch knüpft das Album nahtlos an die Vorgänger an, klingt manchmal gar ein wenig nach alten Lassie Singers. Christiane Rösingers Texte sind wieder mal auf der Höhe der Zeit, beschreiben das Leben in einem Berlin, in dem kreative Köpfe faktisch von Hartz IV leben, sich aber eine Bürokulisse aufrechterhalten und von ihren „Projekten“ reden. Auf der Bandwebseite steht als Teaser der wunderbare Song „Wer wird Millionär?“ zum Download bereit, in dem es zum hippen, jungen Praktikanten-Leben heißt: "Ist das noch Boheme oder schon die Unterschicht?" Während andere über ihren Hund singen, trifft Christiane Rösinger die Fragen der Zeit. Danke! Volltreffer! (cw)

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