The Late Night Tapes

The Late Night Tapes

Bunny Lake

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Der Hedonismus ist auch nicht mehr das, was er mal war. Abgefuckt erklingt er aus schäbigen Kellern, in denen Postpunk und Electro plötzlich in einer dunklen Ecke verschwinden. Als sie wieder auf die Tanzfläche kommen, stellen sie sich als Bunny Lake vor.

Kurze Zeit später betreten sie die Bühne, Dr. Nachtstrom lässt energische Synthesizer auf satte Beats treffen und Christian Fuchs´ tiefe Stimme steht in angenehm groteskem Kontrast zu den lasziven Vocals von Suzy On The Rocks. „The Late Night Tapes“ – das erste Album der Wiener – ist eine surreale Gradwanderung zwischen düsterem Pop und eingängigem Electro. Glamour und Trash finden darauf ebenso zu einander wie Horror und Disco – und hinterlassen kalten Schweiß auf erhitzten Gemütern. Produziert und unterstützt von Gerhard Potuznik (u.a. Chicks On Speed), lässt man Laid Backs „White Horse“ in neuer Dunkelheit erstrahlen und stellt es zum kostenlosen Download zur Verfügung. Neben der aktuellen Single „All That Sex“ sei aber insbesondere der martialische Opener des Albums empfohlen: „When you fell down / I let you bleed“. Die kleine Blutlache auf der Tanzfläche will einfach nicht trocknen. Wienerblut ist anscheinend wirklich dicker. (js)

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