Carlo Cokxxx Nutten 4

Bushido - Carlo Cokxxx Nutten 4

Redaktionswertung: 
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sehr gut

Bushido hat weder Lust noch Ideen. Auch sein neuer Arbeitskollege Animus kann "Carlo Cokxxx Nutten 4" nicht vor der musikalischen Belanglosigkeit retten.

Vor ein paar Tagen veröffentlichte der YouTube-Kanal STRG_F eine Dokumentation mit dem Titel "Die Akte Bushido". Der Film beleuchtet, ob der Rapper Opfer oder Täter in den Streitigkeiten mit dem Abou-Chaker-Clan ist. Fakt ist: Bushido steht unter Polizeischutz, weshalb die Straßenrap-Szene in trauter Einigkeit mit Begriffen wie 31er, Zinker, Verräter und ersgutervmann um sich schmeißt.

Die Hörerschaft fühlt sich von immer neuen Gerüchten und angeblichen Wahrheiten gut unterhalten. Statt sich auf die Musik zu konzentrieren, freut sie sich über Einblicke in eine "4 Blocks" ähnliche Parallelwelt. Auf "Carlo Cokxx Nutten 4" bedient Bushido diesen Sensationshunger: "Ich hatte jahrelang den Teufel im Nacken / Drohen meinen Kindern mit Säureattacken / Wollen sie entführen, weil ich nicht nach ihrer Pfeife tanz' / Denn für jeden gibt es niemals einen Einzelkampf".

Wirklich neue Erkenntnisse liefern die 33 Minuten nicht. Bushido geht nach Schema F vor. Animus fügt dieser bisher immer sehr erfolgreichen Formel keine frischen Elemente hinzu. Er rappt gleichberechtigt mit, bleibt gegen seinen charismatischen Auftraggeber allerdings blass. Bushido schwört, dass er weiterhin den Weg des Kriegers geht und den Finger nicht von der Beretta lässt. Das alles ruft 16 Jahre nach "Vom Bordstein bis zur Skyline" nur ein Gähnen hervor.

Video: Bushido & Animus – Ronin

Bushido tritt die Flucht nach vorne an und erwähnt zahlreiche Kolleginnen und Kollegen. In weiser Voraussicht hat er einige Namen ausgepiepst. Nicht nur deshalb klingt "Carlo Cokxxx Nutten 4" unangenehm zahnlos. Die geschmacklosen Seitenhiebe gegen Laith Al-Deen und Lena Meyer-Landrut wirken überflüssig und mit der gefühlt hundertsten Karotten-Anspielung auf Fler disst sich Bushido allerhöchstens selbst.

Mit dem immer gleichen Flow rappt das Duo über stoische Drum-Loops und tragende Samples. Detailarbeit gibt es nicht. Der Sound ist so trocken wie uninspiriert. Simpel getextete Zeilen wie "Die Musik verbindet uns wie eine Nabelschnur" und "Ich blühe auf, wenn ich Musik mache wie Lilien" gehören in die Mottenkiste.

Wer von Bushido Innovationen erwartet, kennt seine Diskografie nicht. Der Berliner hat einen Sound geprägt, von dem er Zeit seines Lebens nicht mehr abweichen wird. Da klingt es fast schon unfreiwillig komisch, wenn Animus in "Unterste Schublade" rappt: "Eure Alben klingen so wie dreizehnmal derselbe Song". Noch witziger wird es allerdings, wenn er im direkt darauffolgenden "Renegade" diese Zeile in abgewandelter Form wiederholt: "Ihr macht zwanzigmal denselben Song ohne Schamgefühl". Wer mit Steinen wirft...

Video: Bushido & Animus – Okzident

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