Sleep At Your Own Speed

Sleep At Your Own Speed

Butcher The Bar

Redaktionswertung: 
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Auch aus einem dunklen Wohnzimmer kann eine immense Ausstrahlung emporsteigen, das haben Smith, Drake und Stevens nachhaltig bewiesen. Der junge Brite Joe Nicholson nennt sich Butcher The Bar und hat diese Herren mit Haut und Haar verschlungen.

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Mit der Akustikgitarre und einem Schuhkarton voll unspektakulärer Instrumente hat dieser junge Mann in den heimischen vier Wänden ein beeindruckendes Album gezaubert. Es klingt, als kämen nur vereinzelte Sonnenstrahlen durch das poröse Rollo seines Klangraumes, in dem es immer wieder rauscht, raschelt, rasselt, ein Miniatur-Xylophon, eine Mundharmonika oder eine Melodica auf- und abtauchen. Ganz intim, ganz intensiv.

Joe Nicholson ist knapp über 20 Jahre jung und weiß den leisen Tönen das lauteste Laut auf den Leib zu schneidern. Er haucht seine Worte, verleiht ihnen somit Kraft und Vehemenz. Sein Puls setzt die Geschwindigkeit der Erdumdrehungen außer Kraft und seine Melodien vertonen die Wärme und das Mondlicht dunkler Sommernächte. Das klingt ein wenig nach Elliott Smith, hat eine dicke Portion Nick Drake intus und steckt demzufolge auch voller Sufjan Stevens-Parallelen. Wer Butcher The Bar nun Abklatscherei unterstellen will, dem ist zu entgegnen: es kann kaum bessere Quellen geben, um sich von der dunklen Seite inspirieren zu lassen.

Dieser junge Brite klingt authentisch, weil er sie alle nicht nur gehört, sondern inhaliert und einverleibt hat. Wer Elliott Smith liebt, Nick Drake vergöttert und Sufjan Stevens verehrt, wird von „Sleep Your Own Speed“ mehr als angetan, ja vielleicht sogar begeistert sein.

Björn Bauermeister / Tonspion.de

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