Cadet Carter

Cadet Carter (Presspic 2020 Label: Uncle M)

2020 veröffentlicht die deutsch-walisische Indie-Rock-Band Cadet Carter mit "Perceptions" das "schwierige" zweite Album nach dem hochgelobten und selbstbenannten Debüt: Und auch zwei Jahre später klingt der 90ies angehauchte College- und Emo-Rock immer noch leichtfüßig wie erfrischend.

Video: Cader Carter - A Bad Few Weeks

2017 beschlossen vier Münchner, die brave bayerische Heimat musikalisch ein wenig aufzumischen und gründeten eine Band namens Cadet Carter: Der Sound der deutsch-walisischen Gruppe orientiert sich an Neunzigerjahre Indie-Rock und spielt mit College-Rock- sowie Emo-Anleihen.

Mit welcher Energie sie an die Sache gehen, zeigen unzählige Live-Shows, unter anderem mit Acts wie Itchy, Blackout Problems oder Touché Amoré, mit denen Cadet Carter überzeugen und sich viele Fans erspielen. 

Das selbstbetitelte Debüt-Album erscheint schließlich auf Uncle M und bringt viel Lob ein. Die Band wird mit Acts wie Foo Fighters, Jimmy Eat World oder Get Up Kids verglichen. 2019 folgte so die erste Headliner-Tour und die Band zeigt nicht nur Energie, sondern auch Engagement. Die Einnahmen ihrer Cover-Version von "King Of Pain" von The Police werden der Hilfsorganisation Wildwasser e.V. gespendet, die sich für Opfer sexueller Gewalt einsetzt.

2020 dann das so genannte schwierige zweite Album namens "Perceptions", das sich inhaltlich passenderweise mit dem Thema Wahrnehmung auseinander setzt und musikalisch den eingängigen Indie-Rock der Band weiter entwickelt. Und dass sie ihren "altmodischen" Zugang zur Musik auch augenzwinkernd sehen, sieht man an ihrer Kurzinfo auf Facebook: "Guitar music. If you don't know what that is, go ask your dad".

Diskographie Cadet Carter:

2018: Cadet Carter

2020: Perceptions

10 Fragen an Nick Sauter von Cadet Carter

TONSPION: Was ist der erste Song, an den du dich erinnerst? An was erinnerst du dich?

Nick Sauter: Der erste Song, der in mir etwas ausgelöst hat, war Wonderwall von Oasis. Das mag heute natürlich klischeehaft klingen, ist aber die Wahrheit. Der Song war auf einer Bravo Hits-CD meiner Schwester versteckt. Ich klaute mir die CD, hörte sie in meinem Zimmer, und bei Wonderwall war es um mich geschehen. Wenig später fand ich heraus: Wonderwall ist nicht im Ansatz der beste Oasis-Song!

Was war die erste Platte, die du dir selbst gekauft hast? 

Meine erste Platte, die ich mir von meinem Taschengeld gekauft habe, war das Foo Fighters-Album „The Color And The Shape“. Ich bin ein bisschen zu jung, um Nirvana direkt mitbekommen zu haben. Meine jüngste Erinnerung ist es, wie ich als kleiner Junge irgendwie mitbekommen habe, dass sich da ein berühmter Rockstar umgebracht hat und die ganze Welt Kopf stand. Vier oder fünf Jahre später war ich aber auch im Rock und Punkrock angekommen, bin damals zu einem Saturn gefahren und habe mir die Platte dieser Band gekauft, deren Video zu „Everlong“ andauernd auf MTV lief – der Sender, den ich immer einschaltete, sobald meine Eltern das Wohnzimmer verließen. Die CD aufzulegen und nebenbei das Booklet unter die Lupe zu nehmen gab mir das Gefühl, dass ich jetzt auch zum Kreis der „Wissenden“ gehörte.

Was war dein erstes Konzert als Besucher? 

Mein allererstes Konzert war als kleiner Junge ein Konzert der Band Pur, mit meiner Mutter. Davon ist mir nur noch die Spannung in Erinnerung, die in der Halle herrschte, als das Licht ausging und das Konzert startete. Ich erinnere mich, dass ich da Gänsehaut hatte. Mein erstes Clubkonzert waren die Hellacopters in München, 2005 oder so. Ich hatte meine Schwester dabei, wir standen in der ersten Reihe, und der erste Crowdsurfer brach meiner Schwester gleich mal den Finger. Also ab ins Krankenhaus – zum Zugabenteil waren wir wieder da!

Wie bist du zur Musik gekommen? Gab es ein besonderes Erweckungserlebnis?

Mein Vater war Drummer in einer Band und hat Zuhause auch Gitarre gespielt – Musik war also eigentlich schon immer ein Thema. Mein Dad war es auch, der mir schon in sehr jungen Jahren Mixtapes von der Musik gemacht hat, die er mochte. Eine Kassettenseite Beatles, und auf der anderen Exile On Main Street von den Stones. Das Größte war für mich, wenn mein Vater einen Gig hatte und wir zusehen durften. Wenn es also ein Erweckungserlebnis gab, dann war es sicher das. Später bin ich dann durch verschiedene Einflüsse ein bisschen in die Alternative-Szene eingetaucht, Foo Fighters, Green Day, Jimmy Eat World, Get Up Kids. Klassische „Einstiegsdrogen“ also.

Warum machst du Musik?

Wahrscheinlich, weil ich nicht wüsste, was ich ohne Musik machen würde. Songs zu schreiben, seine eigene Welt dort darstellen und sich ausdrücken zu können, ist die faszinierendste Beschäftigung der Welt für mich. Für mich ist Songwriting Herzensangelegenheit und Therapie gleichzeitig.

Wie machst du Musik? 

Die meisten Songs beginnen auf der akustischen Gitarre. Durch simples jammen bleibe ich irgendwann an etwas hängen, eine Akkordfolge tut sich auf, ein Melodiebogen kommt dazu, und oft formieren sich in meinem Kopf auch schon bestimmte Redewendungen oder Wortfolgen, die später auch nich unwesentlich für die Texte sind. Wenn man so will, gibt mir da mein Unterbewusstsein oft schon vor, über was ich eigentlich schreiben möchte.

Welche Künstler haben dich am meisten geprägt? 

Dave Grohl wird für mich immer eine Inspiration sein. Seine Herangehensweise an Musik, seine Hingabe und seine Unverkrampftheit im Umgang mit Musik sind Dinge, die ich bewundere.

Was möchtest du mit deiner Musik erreichen?

Mir ist es wichtig, dass sich Leute, die sich meine Musik anhören, in ihr wiederfinden. Ich schreibe Songs über die kleinen und großen Schwierigkeiten des Alltags, eher über das „kleine“, persönliche, und nicht so sehr über das „große“, politische, gesellschaftliche. Da gibt es Menschen, die das viel besser können als ich. Ich freue mich, wenn meine Songs die Zuhörer dort abholen, wo sie sich in ihren Leben befinden. Wenn ich das erreiche, bin ich glücklich.

Welches ist dein bester Song bisher?

Das ist eine schwierige Frage. Wenn ich aber wählen müsste, wäre es unser Song „Windshields“ von der neuen Platte.

Woran arbeitest du gerade? Was kommt als nächstes?

Durch die Corona-Krise verbringe ich viel Zeit Zuhause und dort in meinem kleinen Home-Studio – ich bin also schon wieder mitten im Schreiben neuer Songs. Was wir mit den Songs machen, und wann es soweit seit wird, kann ich aber noch nicht sagen. Jetzt steht ja erstmal die Veröffentlichung unseres neuen Albums „Perceptions“ an, und ich kann es nicht erwarten, dass die Leute die Platte endlich zu hören bekommen.

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Letzte Änderung: 18.10.2020