Camila Cabello - Camila

Camila Cabello - Camila

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Im Boulevard und den Billboard-Charts zuhause, legt die ehemalige Sängerin der gecasteten Girl-Group Fifth Harmony ein unbeschwertes Debütalbum vor, das in den USA Platz 1 der Charts eroberte und von Pharrell Williams co-produziert wurde.

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Die gebürtige Kubanerin sucht nach dem Girlgroup-Soapdrama ihre musikalische Identität und dies merkt man auch stimmlich: Manchmal klingt Camila Cabello gepresst, trotzig wie Rihanna, zuweilen leicht autogetuned und mal fiepsend-falsettartig hoch, wenn sie in „Never Be The Same“ die Drogen Nikotin, Heroin, Morphin aufzählt: Wie von diesen Süchte sei sie von jemandem berauscht.

Der Text ist eine schöne Reminiszenz an den Klassiker „I Get A Kick Out Of You“, in dem es heißt „Some may go for cocaine, I'm sure that if I took even one sniff, it would bore me terrifically, too. Yet I get a kick out of you“.

Camila Cabello tut jedenfalls alles, damit der Hörer seinen Kick abbekommt. Ihr Debüt ist erstaunlich vielfältig geworden, mit versteckten und vielleicht zufälligen Anspielungen auf die Popgeschichte weiblicher R&B-Stars: So wirkt Cabellos Stimme in „She Loves Control“ gestärkt und der Ex-Casting-Star erinnert damit an Janet Jacksons Selbstermächtigungshymne „Control“.

Einen perfekten Sommerhit hat sie ebenfalls auf Lager: „Havana“ schraubt sich langsam aber sicher mit kubanischen Klängen gemixt mit lässigem R&B sowie unvermeidlicher Rap-Einlage in den Gehörgang.

Eine gefühlsduselige Ballade wie „Consequences“ findet sich zudem, die sicherlich zahlreiche Casting-Kandidatinnen dankbar aufnehmen, verfügt sie doch über viele Möglichkeiten zahlreiche „Uhs“ und „Ohs“ inbrünstig zu intonieren.

Wie um diesen kitschigen und an ihre Vergangenheit erinnernden Eindruck schnell wieder wegwischen zu wollen, schiebt Cabello das minimale „Real Friends“ mit Santana-Gitarren-Flair auf dem Album beruhigend hinterher.

Trotz einiger Füller ist “Camila” damit ein gut produziertes und gut zu genießendes Gute-Laune-Album mit Latin-Pop, Dubstep und Reggae-Einflüssen geworden, das Radiosender wegen des Hit-Potentials und Tanzschulen wegen des Salsa-Booms erfreuen dürfte.

Tracklist:

  1. Never Be The Same
  2. All These Years
  3. She Loves Control
  4. Havana
  5. Inside Out
  6. Consequences
  7. Real Friends
  8. Something’s Gotta Give
  9. In The Dark
  10. Into It
  11. Never Be The Same (Radio Edit)

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