Le Fil

Le Fil

Camille

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Nouvelle Vague war gestern. Heute lässt Camille die Stimme wieder durch eigene Lieder tanzen. Chöre, Mundrhythmen und instrumentale Sprengsel verbinden sich auf dem zweiten Album der Französin zu verspieltem, aufreizendem Pop.

Als eine der Stimmen von Nouvelle Vague warf Camille im letzten Jahr Waveklassikern von XTC bis zu Tuxedomoon Stilmäntel über. Den mal mehr, mal weniger gelungenen Lounge-Bossa-Elektro-Spielereien des Produzentenduos verlieh sie mit zartem Nachdruck und vielversprechendem Fordern in der Stimme Substanz. Nun ist sie wieder solo, konzentriert auf Eigenheiten und auf Französisch unterwegs. "Le Fil" heißt das zweite Soloalbum der Sängerin. Hier spielt sie mit Genres und Zitaten, lässt bescheidene Instrumente verhaltene Akzente setzen und konzentriert sich vor allem auf Stimmen und Stimmgeräusche. Camille singt und prustet, spricht und gibt den Rhythmus vor. Aus Wortfetzen werden Chöre, aus einem Lachen wird Musik. Manch einer mag "Das kenn ich, das ist wie bei Björk" krähen und damit nicht ganz falsch liegen. Doch wo das Bohei um das dann doch nur üblich gute Matmos-Geschnippel "Medùlla" fast erdrückte, kennt "Le Fil" keine Aufregung und keine Angeberei, kein Dogma und keinen Künstlerkrampf. Camille macht Musik, verspielt und lebendig. Gut ist, was es ist. (sc)

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