Christina Dalcher - Vox

Christina Dalcher - Vox

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Was wäre wenn, ein radikaler Präsident in den USA beschließt, Frauen müssen nicht nur zurück an den Herd, sondern dürfen pro Tag nur hundert Wörter sprechen? "Vox" von der US-Autorin Christina Dalcher spielt dieses Szenario in einem dystopischen Thriller durch.

In einer nahen Zukunft in den USA: Frauen bekommen einen Wortzähler an das Handgelenk, der sie per Stromstoß daran erinnert, wenn die Anzahl von hundert erlaubten Wörtern pro Tag überschritten wird. Für die Protagonistin dieses Romans, die nicht nur mehr als Linguistin in ihrem Beruf arbeiten darf, ist diese Maßnahme in mehrerer Hinsicht grausam: Zum Hausfrauendasein verdammt, hört sie wie ihre Söhne und ihr Mann sich ungezwungen unterhalten können, während sie ihrer Tochter keine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen kann und diese im Schlaf am Sprechen gehindert werden muss.

Der Roman mit dem interessanten Ansatz wird im Hörbuch von der Schauspielerin Andrea Sawatzki gelesen, die dafür in der Laufzeit von sieben Stunden natürlich weit mehr Wörter verbraucht. Für eine Kurzzusammenfassung zeigt sie, wie wenig hundert Wörter eigentlich sind:

Das Hörbuch zeigt wie es ist, wenn die Stimmen der Frauen aus der Gesellschaft im wahrsten und im übertragenen Sinne verschwinden. Dalcher ist mit ihrem Debüt damit ein "feministischer Thriller" gelungen, wie der Spiegel das Buch nannte.

Und in der Tat, die Mischung aus "The Handmaid's Tale" von Margaret Atwood und als Fernsehserie mit Elisabeth Moss kongenial verfilmt sowie aus George Orwells "1984" mit dem unterdrückenden Mittel "Neusprech" darin, ist eine erschreckende Zukunftsvision. Realistisch ist sie angesichts Politikern wie Donald Trump & Co. leider obendrein. Eine kleine Hörprobe zu dem unterhaltsamen Werk ist hier zu finden.

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