Chromatics - Closer to grey
TONSPION TIPP

Chromatics - Closer to Grey

Redaktionswertung: 
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Die Zahl 7 besitzt eine magische Energie. So auch Chromatics 7. Album, "Closer to Grey", das sieben Jahre nach dem letzten offiziellen Album "Kill For Love" erschienen ist. Vieles hat sich für die Bandmitglieder in den letzten sieben Jahren verändert. Und ihre Musik ist daran gewachsen.

Mit dem vielfach gecoverten Klassiker "Sounds of Silence" von Simon & Garfunkel wird man sofort an einen mystischen Ort der Sehnsucht katapultiert. Wie bereits Regisseur David Lynch ihre Musik in die Traumwelten der Serie Revival of Twin Peaks eingebunden hat, so ist auch dieses musikalische Werk, nicht von dieser Welt.

Chromatics - You're No Good

Die neue Version fängt die Nostalgie des Originals treffend ein. Aber gleichzeitig erinnert der Song jetzt an eine in Nebelschwaden getauchte magische Landschaft, durch die man mühelos hindurch schwebt, und es vollkommen irrelevant ist, ob und wo man ankommt. Die Zeit hat ihre Bedeutung verloren. Ein vielleicht wichtiger Gedanke in diesem Jahrzehnt. Bis dann die Plattennadel leider doch ihr Ende erreicht und man wieder erwacht.

45 Minuten lang entführt das Album seine Zuhörer auf eine epische Reise durch viele Traumsequenzen, die gerade jetzt, im verregneten Herbst, wenn die Blätter zu Boden fallen, die Tage kürzer werden und die Dunkelheit naht, der Seele Trost spenden kann. "Light as a feather" heißt ein anderes Musikstück und so darf man sich auch fühlen. Optimismus fehlt diesem Album nicht. Auch, wenn nichts auf ewig hält singt Ruth Radelet davon, dass es oft nur einem Funken Licht bedarf, um wieder Kraft schöpfen zu können.

"Closer to Grey" fängt diesen emotionalem Zwiespalt, der sich durch das ganze Album wie ein roter Faden hindurch zieht, sehr ehrlich ein. Vom Nah–Tod des musikalischen Masterminds Johnny Jewels, der 2015 auf Hawaii fast im Meer ertrunken wäre bis hin zum Neuanfang.

"Tomorrow will start over when today says good night"

Das Licht dient hier als Hoffnungsschimmer, das durch den viel zu grauen Nebel flackert, der sich verdichtet, je älter man wird. "Summer skin, faded now…" Man erinnert sich kaum an das, was man hat, bis es zu Ende ist.

Und dennoch, das Album goes full circle. Alle sieben Jahre scheint es für viele eine Erneuerung zu geben. So auch für die Chromatics. Vielleicht ist es aber auch nur ein Traum, aus dem man immer wieder aufwachen wird, bis ein neuer Traum beginnt. Am Ende siegt hier vor allem eins: die Hoffnung.   

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