Heartache City

Heartache City

CocoRosie

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

... die machten sich auf, um die Welt mit seltsam-poppigen Klängen zu erfüllen. Das gelang ihnen so gut, dass sie mittlerweile ihr sechstes Studioalbum veröffentlichten. Und weil beide Schwestern zum Zeitpunkt der Aufnahmen etwas in Nostalgie schwelgten, beschlossen sie, auf "Heartache City" weniger an den experimentellen Vorgänger "Tales Of A GrassWidow" und vielmehr an das zarte Debüt "La Maison De Mon Rêve" anzuknüpfen.

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Die Welt von CocoRosie, eine Welt aus Elektro, Pop und Hip-Hop-Beats, mag speziell sein, aber sie ist unverwechselbar. Nicht umsonst bekam das Neuartige der Avantgarde-Schwestern sofort den etwas eigenartigen Stempel "Freak Folk" aufgedrückt. Manchmal mehr experimentell, manchmal weniger. Auf das neue Album trifft definitiv letzteres zu.

Aufgenommen auf einer Farm in Südfrankreich und abgemischt in Argentinen, zog es Bianca und Sierra Casady für das gute Stück zu den Ursprüngen der Musik zurück, die sie auf ihrem Debüt La Maison De Rêve so wunderbar zelebrierten. Reduziert, poetisch, feenhaft, analog.

Mit "Un Beso" und "Heartache City" veröffentlichten sie bereits vorab erste, melodiös-grandiose Live-Hörproben. Und dieses akustische Versprechen wird auch durch die anderen acht Songs des Albums nicht gebrochen. Wieder kommen Spielzeuge und antike Instrumente zum Einsatz, die der Platte jene Nostalgie verleihen, die CocoRosie während der Aufnahmen gespürt haben müssen. Und wieder wird man Teil einer Traumwelt.

Dabei befassen sich die Tracks mit ernsten Themen wie Gender, Rassismus, Geschichte und Religion. Themen, die auch einigen Märchen durchaus nicht fremd sind. Es lohnt sich also, zwischen den teiweise rätselhaft anmutenden Zeilen zu lesen, um die häufig politisch aufgeladenen Botschaften zu entziffern.

Das Märchen "Heartache City" hat, zumindest für den Hörer, ein Happy End. Digital ist es bereits erhältlich, Fans des Analogen müssen sich noch bis zum 16. Oktober gedulden - dann erscheint das fantastische Album als CD.

CocoRosie spielen am 13.10. im Berliner Columbia Theater ihr einziges Deutschlandkonzert. Eine Hälfte des Schwesternduos, Bianca Casady, kann zudem mit ihrem Soloprojekt Bianca & The C.I.A. am 9.11. im Heimathafen Neukölln bewundert werden.

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