David Byrne – American Utopia

David Byrne - American Utopia

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Exzentrisch, eigenartig und einfach David Byrne: Talking-Heads-Mastermind vermengt auf seinem ersten echten Solo-Album nach 14 Jahren auf seine eigenwillige Weise Art-Pop, Worldmusic und Elektro-Funk.

Das Album beginnt mit einem zweigeteilten Song: „I Dance Like This“ ist halb Alt-Männer-Ballade, halb kalte Testosteron-Elektronummer – wobei die Teile wirklich strikt voneinander getrennt sind. Inzwischen tut es Byrne leid, für das Album nur mit männlichen Musikern zusammengearbeitet zu haben. Trotz renommierter Namen wie Brian Eno, Jack Peñate, Sampha und vielen mehr sei es „problematisch und lächerlich“, dass sein neues Album, das ausgerechnet „American Utopia“ heiße, komplett ohne Frauen aufgenommen wurde.

Erst nach vielen Kommentaren darüber sei ihm bewusst geworden, das auch er ein Teil des Problems sei, dass er eigentlich anprangere. So ernsthaft wie diese Aussagen ist auch seine Utopie eines neuen Amerika: Weniger abstrakt als sonst, dafür mit viel Optimismus und Empathie beschreibt der 65-Jährige seine Vision einer besseren Welt.

Video "Everybody Is Coming To My House"

Musikalisch greift Byrne dabei in seine gereifte Kunst-Trick-Kiste und reiht verschrobene Tracks an verrückte Song-Ideen und versöhnliche Reminiszenzen: So erinnert „Every Day Is A Miracle“ an eine hellere Version von David Bowies Vermächtnis „Blackstar“, der Song „It’s Not Dark Up Here“ ist der größte Brückenschlag zur alten Talking-Heads-Zeit und „Everybody’s Coming To My House“ ist in seiner frechen Frischheit eine selbstbewusste Geste in die Richtung von Epigonen wie Franz Ferdinand.

Zur musikalischen Utopie gesellt sich zudem eine Vision für neue Shows, Byrne hat eine gigantische Welttournee angekündigt, die auch einmal in Berlin haltmacht. Die exakt choreografierten Shows sollen die aufregendsten seit dem legendären Talking-Heads-Konzertfilm „Stop Making Sense“ werden und fünf Perkussionisten beinhalten sowie eine Multi-Media-Show bieten – in diese Utopie kann man sich getrost fallen lassen.

Tourdaten:

26. Juni 2018: Wien, Museumsquartier

27. Juni 2018: Berlin, Tempodrom

17. Juli 2018: Zürich, Theater 11

(Komplette Welttourne-Termine hier)

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