David Foster Wallace – Unendlicher Spaß

David Foster Wallace - Unendlicher Spaß

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"Unendlicher Spaß" des viel zu früh verstorbenen Autors David Foster Wallace gehört zu den einflussreichsten Romanen der Gegenwart: Das Hörbuch unterlegt das unfassbare und unglaubliche Werk über menschliche Obsessionen mit dem Sound einer "Goldenen Maschine" – einem analogen Synthesizer.

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Eine Hörbuchversion eines derart überbordenden wie überfordernden Meisterwerks wie "Unendlicher Spaß" zu machen, ist eine Mammutaufgabe. Über 1.400 Seiten wurden vertont, jeder Seite widmet sich ein anderer Sprecher und die Musik dazu ist ebenfalls ungewöhnlich.

Eingesetzt wurde eine so genannte "Goldene Maschine", die extra für dieses Projekt konstruiert wurde. Dabei handelt es sich um einen analogen Synthesizer, der selbstständig Musik komponiert, die sich nie wiederholt – ein unendliches Spiel und unendlicher Spaß eben:

Video: "Die goldene Maschine" in "Unendliches Spiel"

Der Roman spielt in der Zukunft, in dem es keine Jahresrechnung mehr gibt, sondern Konzerne Regierungen dafür bezahlen, die Jahre nach ihren Produkten zu benennen: So gibt es beispielsweise das "Jahr der Inkontinenz-Unterwäsche", "Jahr der Dove-Probepackung" oder das "Jahr der Milchprodukte aus dem Herzen Amerikas".

In ausufernden Schachtelsätzen nimmt Wallace in dem Buch den "American Way Of Life" auseinander und beschäftigt sich mit menschlichen Sehnsüchten und Süchten, Kapitalismus und Hedonismus, dysfunktionalen Familien und depressiven Personen und so vielem mehr.

Die Hörbuchproduktion wurde von den Hörspielmacher Andreas Ammer und Andreas Gerth sowie Musiker Acid Pauli (Martin Gretschmann von The Notwist oder Console) angestoßen, es lesen darin Amateure und Profis wie Ulrich Blumenbach, der den Monsterroman kongenial ins Deutsche übersetzt hat. Dieses postmoderne Experiment wird dem Jahrhundertroman wahrlich gerecht.

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