David Gray – Gold In A Brass Age

David Gray - Gold In A Brass Age

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Rau, reif und radikal: David Gray nähert sich unserer kaputten Welt mit Songs, die im Folk, Country und Soul verwurzelt sind und die die Kraft haben, den allgegenwärtigen Dreck zu überwuchern.

Von Bono gefördert, von Joan Baez geadelt: David Gray wurde von der Folk-Legende als der "bedeutendste Dichter" seit Bob Dylan bezeichnet und seit seinem Debüt im Jahr 1993 spielt er stets in ausverkauften Konzertsälen.

Angesichts seiner unaufdringlichen Singer-Songwriter-Melodien ohne den üblichen Melancholie-Kitsch und pathosfremden Soulstimme ein schönes Zeichen: Handgemachte unprätentiöse Musik in Zeiten von prätentiösem Retrowahn.

Video: The Sapling

Grays Musik ist eine zarte, aber nicht zerbrechliche Mischung aus Folk und Country, die akustischen Klänge werden mit Samples verfeinert und über allem liegt seine unverwechselbare soulige Stimme.

Die Songs scheinen aus sich heraus zu wachsen, so dass der Opener "The Sapling" (auf Deutsch "Schössling") durchaus wörtlich zu verstehen ist.

Video: A Tight Ship

Die Natur und deren Zerstörung ist ein wichtiges Thema auf "Gold In A Brass Age": Auf dem Cover ist ein Schmetterling zu sehen, der an die Silhouette der Metropole Londons gekettet ist. Das ein solches Motiv – wie auch die Musik – nicht rührselig daherkommt verdankt sich durch den sachlichen, fast minimalistischen Stil.  

Die Covergrafik stammt vom ungewöhnlichen Tattoo-Künstler London Boy, die Songs auf dem Album sind ebenfalls so intensiv wie Tinte und man will es angesichts der abgedroschenen Floskel kaum schreiben – aber ja, sie gehen wirklich unter die Haut. Oder wie Gray es selbst formuliert, sie regen dazu an, mal aus seiner Haut herauszuschlüpfen:

"Ja, dass die Zeit abläuft, dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch das neue Album. Es geht um Zerbrechlichkeit, um Erneuerung, um einen Perspektivwechsel."

Vor allem im hypnotischen Song "Hurricane Season", in dem ein operettenhafter Backgroundgesang wie eine Warnung umherschwirrt, wird diese musikalische Forderung an eine Wandlung deutlich.

In diesem Sinn erinnert das Album Grays tatsächlich an eine Pflanze, die langsam aber unaufhörlich wächst und in ihrer rauen unscheinbaren Schönheit doch auch ziemlich radikal ist: Musik für eine grüne Revolution.

David Gray Live 2019:

1.5.19 Berlin - RBB Sendesaal

4.5.19 Köln - Carlswerk Victoria

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