D.D. Dumbos "Utopia Defeated" Artwork

Utopia Defeated

D.D. Dumbo

Redaktionswertung: 
schlimm
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sehr gut

D.D. Dumbo ist ein einsamer Künstler. Sein Debüt-Album “Utopia Defeated” nahm er zu Hause im Alleingang mit einer Loop-Machine auf. Auch wenn das Ergebnis so gar nicht danach klingt.

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Schon 2014 sorgte D.D Dumbo – ohne sein Loop-Pedal vor den Füßen von Freunden auch Oliver Hugh Perry genannt – mit seiner Debüt-EP “Tropical Oceans” für einiges an internationaler Aufmerksamkeit. Er war, wie man sagt, "das Ding" auf dem SXSW 2014. Alle waren beeindruckt. Fans, Presse, einfach alle. Davon, wie dieser Mann aus dem kleinen Kaff Castlemanie in Australien innerhalb weniger Takte mit einer 12-saitigen Gitarre und einem fast lächerlich kleinen Drum-Kit riesige Soundwände und eindrückliche Grooves aufbaute.

Auf seinem zehn Song starken Debüt “Utopia Defeated” lässt die Faszination dafür nicht nach. Auch nicht nach dem dritten, nach dem vierten Hören! Denn die Songs auf dieser Platte klingen so gar nicht nach Loops oder Samples; so gar nicht paraphrasiert oder gecoded, wie man es erwartet. Nein, sie klingen sogar organischer als manch ein hippes DIY-Punk-Trio. Nur warum?

Es scheint, als liege das an der Herangehensweise D.D. Dumbos an seine Songs. Statt mit dem perfekten Backing-Track aus dem Laptop zu arbeiten, spielte er sogar für das Album alle Parts live ein, umging damit die nahezu unerreichbare Perfektion, die andere Loopkünstler oft anstreben, und arbeitete stattdessen mit dem Unerwarteten und den Fehlern, die eben passieren. So zieren das Album verrückt tanzbare Beats, wie in “Cortisol”. Aber auch harmonisch völlig verworrene Instrumentalparts, wie in ”Alihukwe”.

    “[It’s] more expressive than arranged, it’s more intuitive than known.”

Auf diesem Album vermengt Dumbo den Pop der 80er in Form von Chorus-Gitarren à la The Police; starke Einflüssen aus indischer Volks- und Weltmusik mit seinem stoischen Fokus auf den Groove. All das packt er zusammen auf ein stets verlässlich im Hintergrund stehendes Bluesgerüst und inszeniert damit eine modernisierte und technologisierte Version des Genres, wie es sie bis jetzt wohl noch nicht gegeben hat.

"Utopia Defeated" erscheint am 11.11.2016 via 4AD.

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