Deafheaven - Ordinary Corrupt Human Love

Ordinary Corrupt Human Love

Deafheaven

Redaktionswertung: 
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sehr gut

Ist das noch Metal oder schon große Oper? Deafheaven verwischen auf "Ordinary Courrupt Human Love" die Genregrenzen und erschaffen ein dramaturgisches Werk, das mehr Wendungen, Emotionen, Wucht und Fallhöhen als eine "Game Of Thrones"-Folge hat. Deafheaven is coming...

Wer einmal miterlebt hat, wie ein Publikum taub, aber scheinbar im Himmel schwebend aus einem ohrenbetäubend lauten My Bloody Valentine-Konzert taumelte, wird den Bandnamen Deafheaven zu schätzen wissen. Auch die Musiker aus San Francisco lieben den Shoegaze, aber auch den Black Metal, so dass ihre Genrezuscheibung den schönen Beinamen Blackgaze erhält.

Und schwelgerische Post-Rock-Klänge werden auch gleich im ersten Track des neuen Albums durch typische Metalshouts unterbrochen: Im Folgenden mäandert der Sound von Deafheaven durch kunstvolle Riffs, progrockartige Gelände und schlaue Dramaturgien, die Fans der Band einmal mehr verzücken lassen werden. Alle anderen sind wohl schwerer zu erreichen, denn Deafheaven bieten keine eingängigen und einladende Häfen, sondern fragile Brücken mit brachialen Vezierungen, über die man sich erst einmal trauen muss.

Video: Canary Yellow

Mit einer Vielfalt an Songs, die einem den Atem raubt, erinnern Songs zuweilen an den epischen Postrock von Mogwai wie in "Canary Yellow" oder an den hypnotischen Gothic-Dreampop der Cranes wie im Song „Night People“, bei dem Chelsea Wolfe mitsingt.

Zwischen knallhartem Geknüppel und zarten Melodien lassen Deafheaven die gesamte Spielbreite ihres Könnens aufblitzen, so dass ihr viertes Album eigentlich Genregrenzen sprengt: Metal oder nicht, völlig egal, hier wird mit einer kompromisslosen Leidenschaft Musik gemacht, die hinreißend und mitreißend ist.

Deafheaven

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