Kintsugi

Death Cab For Cutie - Kintsugi

Redaktionswertung: 
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Death Cab For Cutie haben ihr achtes Album nach einer japanischen Keramikkunst benannt, bei der Bruchstellen zerbrochener Gefäße vergoldet werden, um sie besonders hervorzuheben.

Die Indie-Band bezieht sich dabei auf den Abgang ihres Gitarristen Chris Walla kurz nach den Aufnahmen, obwohl er maßgeblich an der Entstehung der Platte beteiligt war und an allen elf Songs mitgearbeitet hatte. Trotzdem repräsentiert „Kintsugi“ die Arbeit von Death Cab For Cutie (ohne Walla) und Songschreiber Ben Gibbard. Der Sänger trägt seine Narben nach außen und singt schon im verspielten Opener „No Room In Fram“ von seiner zerbrochenen Ehe mit Schauspielerin Zooey Deschanel. Demgegenüber ist der verträumte Indie-Ohrwurm „Little Wanderer“ eine Liebeserklärung an seine neue Lebensgefährtin Rachel Demy.

„Kintsugi“ dokumentiert eine Band am Wendepunkt. Wallas Abgang bietet Death Cab For Cutie tausend neue Möglichkeiten. So singt Gibbard im tanzbaren „The Ghosts Of Beverly Drive“ über das Akzeptieren von Veränderungen. Seine unverbrauchte Stimme tänzelt zu melancholischen und flächigen Gitarren und Jason McGerrs treibendem Schlagzeugspiel.

Was die Zukunft ohne Walla bringt, bleibt abzuwarten. Death Cab For Cutie geben sich jedenfalls keine Mühe, seinen Abgang zu verbergen. Im Gegenteil: Die zum Trio geschrumpfte Band versteht diesen Umstand als Neubeginn und vergoldet mit „Kintsugi“ das Loch, das Walla nach 17 gemeinsamen Jahren in der Band hinterlassen hat.

Beim Radiosender NPR gaben Death Cab For Cutie kürzlich ein "Tiny Desk Concert" und spielten vier Songs live und unplugged. Das Konzert könnt ihr kostenlos bei NPR runterladen

Free Download: Adele - Tiny Desk Concert

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